Ausbildung „Bioinformatik“

Systembiologie und Omics-Technologie

Basisniveau

In den letzten Jahrzehnten ist der rasante Fortschritt der Molekularbiologie und die Errungenschaften in diesem wissenschaftlichen Bereich direkt mit den Fortschritten in den Computerwissenschaften und der Entwicklung neuer Software-Tools verbunden.

Inhalt

 

Systembiologie und Omics-Technologien: Das große Bild

In den letzten Jahrzehnten ist der rasante Fortschritt der Molekularbiologie und die Errungenschaften in diesem wissenschaftlichen Bereich direkt mit den Fortschritten in den Computerwissenschaften und der Entwicklung neuer Software-Tools verbunden. Die Anwendung verschiedener omics-bezogener Technologien (Genomik, Epigenomik, Transkriptomik, Proteomik, Metabolomik usw.) führt zur Anhäufung vielseitiger biologischer Daten und ihre kombinierte Interpretation eröffnet den Wissenschaftlern neue Möglichkeiten, von der Untersuchung isolierter biologischer Moleküle zu einer umfassenden Analyse großer Mengen biologischer Moleküle überzugehen. Die biologischen Wissenschaften haben sich zu Big-Data-Wissenschaften entwickelt, die für die Lösung von Problemen im Zusammenhang mit der menschlichen Gesundheit und der Umwelt von wachsender Bedeutung sind. Die Herausforderungen von Big Data sind nicht nur ihre Größe, sondern auch ihre zunehmende Komplexität.

Systembiologie der Zelle: von Single- zu Multi-Omics-Experimenten Daten

Die Systembiologie hat sich als ein neues interdisziplinäres Studienfeld herauskristallisiert, das in den letzten Jahren eine enorme Aufmerksamkeit erlangt hat. Obwohl der Begriff „Systembiologie“ auf unterschiedliche Weise verwendet wurde, wird er im Allgemeinen so verstanden, dass er Forschung beschreibt, die Biologie mit scheinbar disparaten Disziplinen wie Physik, Biochemie, Ingenieurwesen, Biostatistik, Mathematik, Informatik, Bioinformatik und anderen verbindet. Der Hauptzweck dieses interdisziplinären Feldes ist es, eine hochgradig parallele Sicht auf die biologischen Systeme auf molekularer Ebene zu erhalten und zu verstehen, wie sie als Ganzes statt als Summe von Teilen funktionieren. Durch die Klärung der molekularen Mechanismen und Prozesse auf verschiedenen Systemebenen im Organismus oder einer Zelle kann vorhergesagt werden, wie sich diese Systeme im Laufe der Zeit und unter verschiedenen Bedingungen verändern. Die große Menge an Informationen, die man über die molekularen Grundlagen der Zellphysiologie und -organisation erhält, könnte Lösungen in Bezug auf Krankheiten, Toxizitäten, Therapien, Medikamentenentwicklung usw. liefern.

Die Systembiologie wurde als eigenständige Disziplin in den 1950er Jahren mit der Arbeit der Systemtheoretiker Mihajlo Mesarovic und Ludwig von Bertalanffy an der allgemeinen Systemtheorie begründet. Das Hauptkonzept dieser Theorie ist, dass die Dynamik eines jeden Systems ein Ergebnis der Beziehungen zwischen seinen einzelnen Einheiten ist, die seine Funktion bestimmen. Damals versuchten die Biochemiker, Anhänger der Systemtheorie, durch das gründliche Studium von Enzymen und der Kinetik von Enzymreaktionen, das Verhalten der biochemischen Wege als ein Netzwerk zu untersuchen, anstatt als eine Summe seiner Teile. Aus dem biochemischen Bereich kommend, entwickelte Reinhart Heinrich theoretische Ansätze zur Beschreibung und quantitativen Untersuchung von Signalwegen und entwickelte eine metabolische Kontrolltheorie. Die Notwendigkeit eines integrierten Ansatzes für ein detaillierteres Studium und Verständnis der komplexen biologischen Prozesse wurde offensichtlich.

Die Systembiologie ist in hohem Maße von den biologischen Informationen abhängig, die durch molekularbiologische und / oder individuelle Omics-Ansätze gewonnen werden, die jedoch oft weitgehend hypothesengesteuert oder reduktionistisch sind. Bei dem reduktionistischen Ansatz werden die funktionellen Eigenschaften der einzelnen molekularen Komponenten in den komplexen biologischen Systemen untersucht. Nach dem Abschluss des Humangenomprojekts hat sich die moderne Wissenschaft über die gen-zentrierte Sichtweise der früheren Genomik-Ära hinaus entwickelt. Diese als postgenomische Ära bezeichnete Periode ist durch große Veränderungen in der wissenschaftlichen Forschungsdurchführung und Ergebnisinterpretation gekennzeichnet und bedeutet laut Bloom das Ende des „naiven Reduktionismus“. Trotzdem, dass diese klassischen Methoden allein kein vollständiges Verständnis von lebenden Organismen liefern können, werden sie weiterhin ein wesentliches Element aller biologischen Forschung sein. In diesem Zusammenhang hat die Systembiologie eine grundlegende Veränderung der traditionellen Ansätze bewirkt. Sie verwendet einen neuen, hypothesengenerierenden, ganzheitlichen Ansatz, der sich auf die Untersuchung von Teilsystemen konzentriert und so ein tieferes Verständnis des Gesamtprozesses ermöglicht. Der Galaktoseverwertungsweg (GAL) der Hefe Saccharomyces cerevisiae ist ein Beispiel für die Anwendung des systembiologischen Ansatzes, um die mit dem reduktionistischen Ansatz (ein Gen/ein Protein auf einmal) gewonnenen Ergebnisse neu zu lesen und zu interpretieren. Auf der Grundlage von experimentellen Daten, die aus Analysen von Protein- und RNA-Levels sowie Protein-Protein- und Protein-DNA-Interaktionen gewonnen wurden, und deren Integration in ein einziges Modell wurde eine neue Hypothese zur Regulation des GAL-Signalwegs aufgestellt, die anschließend experimentell verifiziert wurde.

Durch den Einsatz von computergestützten und mathematischen Werkzeugen wird eine große Menge an experimentellen Daten gesammelt und von der Systembiologie integriert, um unbekannte Muster aufzudecken und Hypothesen zu generieren. Dies ist eine wichtige Strategie, um neue Erkenntnisse über die biologischen Systeme zu gewinnen und auch bei der Versuchsplanung zu helfen.

Der System-Level-Ansatz der biologischen Systeme zielt darauf ab, die folgenden drei Fragen im Kontext des molekularen Netzwerks zu klären: i) was sind die einzelnen Komponenten des Systems; ii) wie arbeiten sie separat? und iii) wie arbeiten diese Komponenten zusammen, um eine Aufgabe zu erfüllen? (3). Im Zusammenhang mit molekularen Netzwerken lässt sich das grundlegende Ziel der Systembiologie wie folgt zusammenfassen: (i) ein Verständnis der Struktur aller Komponenten einer Zelle / eines Organismus bis zur molekularen Ebene, (ii) die Fähigkeit, den zukünftigen Zustand der Zelle / des Organismus unter einer normalen Umgebung vorherzusagen, (iii) die Fähigkeit, die Ausgangsreaktionen für einen gegebenen Eingangsstimulus vorherzusagen, und (iv) die Fähigkeit, die Veränderungen im Systemverhalten bei einer Störung der Komponenten oder der Umgebung abzuschätzen.

Der Begriff „Systeme“ in der Systembiologie definiert verschiedene Komplexitätsspannen, die von zwei Makromolekülen, die zusammenwirken, um eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen, bis hin zu ganzen Organismen reichen (Abb.1).

Abb. 1. Haupttypen von biologischen Netzwerken. A. Protein-Protein-Interaktionen; B. Genregulatorisches Netzwerk; C. Metabolische Netzwerke; D. Verschiedene Arten von Netzwerken in der Zelle (9).

Damit teilt die Systembiologie ein gemeinsames wissenschaftliches Ziel mit der Disziplin der Physiologie, die sich der Untersuchung der integrierten Funktion des gesamten komplexen biologischen Systems widmet. Organismen sind viel mehr als die Summe ihrer Teile und die Komplexität physiologischer Prozesse kann nicht verstanden werden, indem man einfach untersucht, wie die Komponenten isoliert funktionieren. Zum Beispiel kodieren Gene die Primärstruktur der zellulären Proteine, die ihrerseits spezifische Funktionen ausführen, die den Zellstoffwechsel und die Physiologie sowie die Entwicklung des Organismus unterstützen. Gleichzeitig agieren die Proteine in jeder Zelle nicht isoliert, sondern in einem komplexen Netzwerk, das für die Spezifikation von Phänotypen wichtig ist. Die meisten biologischen Prozesse sind hochdynamisch und beinhalten oft mehr als eine Art von Molekülen. Gleichzeitig kann ein Phänotyp durch mehrere verschiedene molekulare und epigenetische Mechanismen bedingt sein und ein Molekültyp kann an verschiedenen Phänotypen beteiligt sein. Tatsächlich kann ein Protein sogar im selben Organismus in verschiedenen Zellen unterschiedliche Rollen spielen; oder Signalweg-Effektoren können in verschiedenen Zelllinien unterschiedliche Differenzierungsprogramme induzieren. Darüber hinaus haben einzelne Zellen in mehrzelligen Organismen keine vom Gesamtorganismus unabhängige Existenz, sie sind ontogenetisch miteinander verbunden.

Ungeachtet ihres gemeinsamen Ziels verwenden die Systembiologie und die Physiologie unterschiedliche Werkzeuge und experimentelle Ansätze, was dazu führt, dass sie einen unterschiedlichen Satz an experimentellen Daten erhalten. Eine disziplinübergreifende Systembiologie ist eine moderne, sich schnell entwickelnde Disziplin, da sie eine Vielzahl von Methoden und Werkzeugen verwendet, einschließlich groß angelegter funktioneller Genomik und anderer Omics-Technologien, Bioinformatik und Computermodellierung, die von den Physiologen nicht genutzt werden. Die Rolle der computergestützten Biologie in der Systembiologie besteht darin, massive Mengen empirischer Daten zu verarbeiten und zu analysieren, die von verschiedenen Omics-Ebenen produziert werden, was wiederum zur Entdeckung biologischen Wissens und zur Generierung von Forschungshypothesen führt. Die Anwendung von in silico- und simulationsbasierten Analysen bietet die Möglichkeit, Vorhersagen zu treffen, die wiederum durch experimentelle Untersuchungen bestätigt werden. Der rasante Fortschritt der Informationstechnologien, einschließlich der Erweiterung öffentlicher Web-Datenbanken mit biologischen Informationen, unterstützt ebenfalls die Entwicklung von Omics-Studien und führt zum Fortschritt der Systembiologie.

Um biologische Prozesse umfassend zu untersuchen, ist es entscheidend zu verstehen, wie die einzelnen biologischen Schichten (Genom, Epigenom, Transkriptom, Proteom, Metabolom und Ionom) in einem zellulären System miteinander verbunden sind und wie der Fluss der biologischen Information abläuft. Um ein genaues Bild des lebenden Organismus zu entwerfen, ist die Kombination verschiedener Omics-Analysen mit einem Multi-omics-Ansatz erforderlich.  Transcriptomics-, Proteomics- und Metabolomics-Daten können unabhängig voneinander wichtige biologische Fragen bezüglich der Expression von Transkripten, Proteinen und Metaboliten beantworten, aber eine systematische Multi-omics-Integration kann diese großen Datensätze umfassend assimilieren, annotieren und modellieren.

Verschiedene Zweige der Omics - Herausforderungen bei der Kombination biologischer Informationen

Die Übertragung der genetischen Information in biologischen Systemen erfolgt von der DNA über die mRNA zum Protein und dies wird als zentrales Dogma der Molekularbiologie bezeichnet. Die drei Hauptprozesse in jeder Zelle sind Replikation, Transkription und Translation. Ihr ständiger Fluss sorgt für die Aufrechterhaltung und Umsetzung der in der DNA kodierten genetischen Information in Genprodukte, die je nach Gen entweder RNAs oder Proteine sind. Die Replikation ist ein Prozess der Vervielfältigung der DNA einer Zelle und bildet die Grundlage für die biologische Vererbung. Sie wird von dem Enzym DNA-Polymerase durchgeführt, das ein einzelnes elterliches doppelsträngiges DNA-Molekül in zwei Tochter-DNA-Moleküle kopiert. Das Enzym RNA-Polymerase erzeugt aus der DNA ein RNA-Molekül, dieser Vorgang wird als Transkription bezeichnet. Das neu synthetisierte RNA-Molekül ist komplementär zu einem Gen-kodierenden Abschnitt der DNA. Bei der Translation wird aus der mRNA ein Protein hergestellt. Das Ribosom erzeugt eine Polypeptidkette aus Aminosäuren unter Verwendung der mRNA als Vorlage. Die Polypeptidkette faltet sich zu einem Protein auf. In eukaryotischen Zellen, d. h. Zellen mit einem Zellkern, finden Replikation und Transkription innerhalb des Zellkerns statt, während die Translation außerhalb des Zellkerns im Zytoplasma erfolgt. In prokaryotischen Zellen, also solchen, die keinen Zellkern haben, finden alle drei Prozesse im Zytoplasma statt. Der Phänotyp des Organismus wird durch dieses Paradigma der Informationsübertragung bestimmt. Biologen untersuchen diese „Omes“ seit Jahren in Form von Genomik, Transkriptomik und Proteomik. Die Daten aus diesen experimentellen Ansätzen werden durch Epigenomik und Metabolomik ergänzt, die in jüngster Zeit zur Lösung spezifischer Probleme bei vielen Funktionen eines Organismus eingesetzt werden. Die rasante Entwicklung und der Fortschritt der „Omics“-Technologien bestimmen die fortschreitende Erweiterung der Informationsmenge, die in einzelnen Studien gesammelt werden kann. Darüber hinaus hat die derzeitige Hochdurchsatznatur dieser Techniken die Zugänglichkeit zu diesen Informationen in Bezug auf Zeit und Kosten erhöht. Viele Forscher befinden sich in einer Situation, in der sie mehrere Omics-Datensätze an denselben experimentellen Proben sammeln können. Um umfassendere Aussagen über biologische Prozesse zu erhalten, müssen diese Datensätze durch einen Multi-omics-Ansatz integriert und als ganzheitliches System analysiert werden (Abb. 2).

Abb. 2. Integrierte Omics-Ansätze der Systembiologie

Der Begriff „Omics“ leitet sich aus dem Griechischen ab und die Anfügung des Suffixes -ome an zelluläre Moleküle, wie z. B. Gen, Transkript, Protein, Metabolit, gibt die Bedeutung von „ganz“, „alles“ oder „vollständig“. Die verschiedenen Schichten der Zelle, bestehend aus DNA und Modifikationen (Genom, Epigenom), RNA und Proteingehalt (Transkriptom, Proteom), kleinen Molekülen (Metabolom, Lipidom) und elementarer Zusammensetzung (gemessen als „Ionom“), können durch omische Technologien analysiert werden. Die Kombination von Omics-Schichten in einem Multi-Omics-Datensatz wird durch eine robuste Systembiologie integriert, die in der Lage ist, Mechanismen und Interaktionen zwischen den Schichten sowie die Funktion von Zellpopulationen, Geweben, Organen und dem gesamten Organismus aufzudecken. Omics-Ansätze umfassen eine größere Anzahl von Messungen pro Endpunkt und obwohl die Anzahl der gemessenen Parameter pro Analyse erhöht wird, wird die Anzahl der Replikate verringert. Dies liegt zum einen an der Überschätzung der Methoden, da davon ausgegangen wird, dass mehr Messungen eine geringe Anzahl von Proben kompensieren würden, und zum anderen an den Kosten und dem Zeitaufwand von Omics-Experimenten.

Die omischen Einzeldisziplinen zielen auf die Untersuchung spezifischer biologischer Fragestellungen ab, ohne dass ein vorheriges Verständnis der beteiligten biologischen Grundlagen erforderlich ist. Abhängig von der Art der Biomoleküle, auf die sie sich in einer bestimmten biologischen Probe primär konzentrieren, werden Omics-Technologien unterteilt in: Genomik (Genom / Gen), Metagenomik (direkt aus Umweltproben gewonnene Genome), Epigenomik (unterstützende Struktur des Genoms, einschließlich Protein- und RNA-Binder, alternative DNA-Strukturen und chemische Modifikationen an der DNA), Transkriptomik (mRNA), Proteomik (Peptide / Proteine), Metabolomik (Stoffwechselprodukte), Lipidomik (Lipide), Glykome (Kohlenhydrate und Zucker), Ionomik (Ionen).

Obwohl keine der aktuellen Omic-Technologien perfekt ist, gelingt es einigen von ihnen, ein umfassenderes Bild der biologischen Ebene zu liefern, die sie untersuchen wollen, als anderen. Diese Tatsache ist nicht nur auf Unterschiede im Stand der technologischen Entwicklung zurückzuführen, sondern vielmehr auf die Unterschiede in der chemischen und physikalischen Komplexität der einzelnen biologischen Ebenen.

Genomik

Genomik ist die systematische Untersuchung aller Gene eines Organismus (des Genoms), einschließlich der Wechselwirkungen dieser Gene untereinander und mit der Umwelt des Organismus. Das Genom ist die basale biologische Schicht in der Zelle und stellt die gesamte DNA einer Zelle oder eines Organismus dar. Desoxyribonukleinsäure (DNA) ist die chemische Verbindung, die alle notwendigen genetischen Informationen enthält, die für die Entwicklung und Steuerung der Aktivitäten fast aller lebenden Organismen benötigt werden. DNA-Moleküle bestehen aus zwei verdrehten, gepaarten Strängen, die oft als Doppelhelix bezeichnet werden. Jeder DNA-Strang besteht aus vier Nukleotidbasen – Adenin (A), Thymin (T), Guanin (G) und Cytosin (C), die sich spezifisch auf gegenüberliegenden Strängen paaren: Ein A paart sich immer mit einem T; ein C paart sich immer mit einem G. Eine Sequenz von drei benachbarten Nukleotiden (Codon) kodiert bei der Proteinsynthese oder Translation für eine bestimmte Aminosäure. Die Anordnung der Nukleotide entlang der DNA-Moleküle bestimmt den genetischen Code. Der genetische Code ist universell, weil er bei allen Organismen gleich ist, und er ist auch degeneriert, weil 64 Codons nur für 22 Aminosäuren kodieren. Mit ihrer Vier-Buchstaben-Sprache enthält die DNA die Informationen, die zum Aufbau eines ganzen Organismus benötigt werden. Ein Gen stellt die Einheit der DNA dar, die Codes für die Herstellung eines bestimmten Proteins oder einer Reihe von Proteinen trägt. Auf der Grundlage der intrinsischen Komplementarität der Nukleotidbasen in der DNA ist es möglich geworden, eine große Anzahl von Genomen schnell und zu relativ geringen Kosten zu sequenzieren. Aus den effizient sequenzierten Genomen konnten Vorhersagen über RNA- und Proteinsequenzen getroffen werden, die in den Multi-Omic-Ansätzen kombiniert werden. Die digitale Form der DNA-Sequenzen als eine Art biologische omic-Information könnte leicht in biologischen Datenbanken gespeichert und zwischen Wissenschaftlern auf der ganzen Welt ausgetauscht werden. Die Sequenzierung des ersten ganzen Genoms des Bakteriums Haemophilus influenza im Jahr 1995 war eine Revolution in der Molekularbiologie. Es entstand eine große Menge an Sequenzdaten, die nicht mehr vollständig zu interpretieren war. Die relevante genetische Information aus dem genetischen Hintergrundmaterial zu entschlüsseln, war eine fast unlösbare Aufgabe. Um dies zu überwinden, wurden detailliertere biologische Informationen benötigt. Informationen über die Transkription des genetischen Materials und die anschließende Produktion von Proteinen waren notwendig.

Eine wesentliche Forschungsrichtung auf dem Gebiet der Systembiologie ist die funktionelle Genomik. Diese Disziplin entwickelt und nutzt Methoden im großen Maßstab und mit hohem Durchsatz mit dem Ziel, die Genfunktion auf globaler Ebene zu definieren und zu analysieren. Für die Entwicklung eines systemischen Verständnisses eines biologischen Prozesses ist es sehr wichtig, die Gene und die von ihnen kodierten Proteine zu identifizieren, die zusammenarbeiten, um diesen Prozess zu bewirken. Die funktionelle Genomik ist ein integratives wissenschaftliches Feld, das mehrere große Datensätze kombiniert und versucht, Erkenntnisse über die Genfunktion zu gewinnen. Zunächst wurden die Gene einzeln analysiert, aber der Fortschritt der Technologien in den letzten Jahren ermöglicht es, die Expression von Tausenden von Genen gleichzeitig zu analysieren. Diese groß angelegte Analyse der Genfunktion wird als DNA-Mikroarray-Technologie bezeichnet (Abb. 3).

Abb. 3. Schema der DNA-Microarray-Analyse

DNA-Microarrays messen Unterschiede in der DNA-Sequenz zwischen Individuen und diese Technologie kann Informationen über die Funktion von nicht charakterisierten Genen liefern und auch Cluster von interagierenden Genen aufdecken, die einen biologischen Prozess von Interesse hervorrufen. Microarray-Analysen können auch Einblicke in Mechanismen der Genregulation, der Evolution und der Ätiologie von Krankheiten liefern. Die Analyse von Microarray-Daten kann zum Beispiel Anomalien wie chromosomale Insertionen und Deletionen oder abnormale Chromosomenzahlen in einem Prozess namens vergleichende genomische Hybridisierung aufdecken. Die häufigsten Variationen in DNA-Sequenzen zwischen Menschen sind Einzelnukleotid-Polymorphismen (SNPs), bei denen ein Nukleotid durch ein anderes ersetzt wird; dies kann funktionelle Bedeutung haben, wenn die Veränderung zu einem Codon für eine andere Aminosäure führt. Sie sind von besonderem Interesse, wenn sie mit genetisch bedingten Krankheiten in Verbindung gebracht werden. Die Erstellung von Einzelnukleotid-Polymorphismus-Profilen spielt auch in der Pharmakogenomik eine Rolle, wenn es darum geht, die individuellen Reaktionen von Patienten auf Medikamente zu untersuchen.

Epigenomik

Die epigenetischen Veränderungen wie DNA-Methylierung, Histon-Modifikationen, 2D- und 3D-Analyse der Chromatinstruktur und nicht-kodierende RNA werden mit den Methoden der Epigenomik untersucht. Diese -omics-Richtung konzentriert sich auf die Analyse der gesamten epigenetischen Veränderungen, die wichtige Informationen über die Mechanismen und die Funktion der Genregulation bei vielen Genen in einer Zelle oder einem Organismus liefert. Wissenschaftler haben verstanden, dass der Phänotyp eines Individuums nicht nur durch das Genom gesteuert wird, sondern auch durch die Veränderungen in der Regulation der Genaktivitäten. Genetische Experimente an Menschen und Tieren haben bewiesen, dass neben der DNA-Sequenz auch epigenetische Markierungen über die Gameten von den Eltern auf die Nachkommen übertragen werden und den Phänotyp der Nachkommen beeinflussen können.

Epigenomik definiert die Modifikationen in der Regulation von Genaktivitäten, die ohne oder unabhängig von Veränderungen der Gensequenzen wirken. Einige Definitionen beschränken die Epigenetik/Epigenomik auf Modifikationen des Phänotyps ohne Veränderungen der DNA-Sequenz, die an die nächsten Generationen weitergegeben werden. Bei den epigenetischen Modifikationen handelt es sich um chemische Modifikationen, die nicht durch das Genom kodiert sind und die koordinieren, wie und wann Gene exprimiert werden. Die Epigenomik erforscht vererbbare, reversible Modifikationen der DNA und des Chromatins, die keinen Einfluss auf die primären Nukleotidsequenzen haben. Während der Begriff Epigenomik die Analyse epigenetischer Veränderungen bei vielen Genen in einer Zelle oder im gesamten Organismus beschreiben würde, konzentriert sich die Epigenetik auf Prozesse, die regulieren, wie und wann bestimmte Gene ein- und ausgeschaltet werden. Es sind mehrere Faktoren bekannt, die die epigenetische Regulation beeinflussen: 1) Ernährung (diätetische Faktoren); 2) Umweltfaktoren; 3) Strahlenbelastung; 4) Infektionserreger; 5) immunologische Faktoren; 6) genetische Faktoren; 7) toxische Erreger; 8) Mutagene.

Für die Analyse der epigenetischen Modifikationen in der Zelle werden vielseitige Nachweisverfahren eingesetzt. DNA-Methylierungen werden durch Verdauungsassays und Bisulfit-Sequenzierung der DNA analysiert. In Verdauungsassays wird die genomische DNA mit methylierungssensitiven und methylierungsunsensitiven Endonukleasen fragmentiert. Methylierungssensitive Restriktionsenzyme spalten nur unmethylierte DNA und lassen methylierte DNA-Fragmente unverdaut. Die fragmentierte DNA kann durch Sequenzierung oder Microarray analysiert werden, und so werden die Methylierungsstellen kartiert. Der Nachteil dieser Methode ist, dass sie nur die DNA-Sequenzen in der Nähe der Ziele der gewählten Restriktionsenzyme untersucht und in der Regel nur zur Charakterisierung des globalen Niveaus der DNA-Methylierung verwendet wird, anstatt methylierte DNA auf der Ebene einzelner Reste zu identifizieren. Die Auflösung wird durch den Einsatz der Methode der Bisulfit-Sequenzierung verbessert. Bei dieser strangspezifischen Methode wird unmethyliertes Cytosin in Uracil umgewandelt, während methylierte Cytosinreste unbeeinflusst bleiben. Die resultierende DNA wird in PCR amplifiziert und kann durch Sequenzierung der interessierenden Regionen analysiert werden. Die Analyse kann auch mittels MALDI-TOF-Massenspektrometrie oder Microarrays durchgeführt werden. Die DNA-Methylierung kann auch durch Methoden untersucht werden, die auf dem Prinzip der Affinitätschromatographie beruhen. Die Probe, die fragmentierte DNA enthält, wird auf eine Säule mit gebundener methylbindender Domäne (MBD) von MeCP2 geladen, die spezifisch für methylierte DNA ist. Die methylierten DNA-Fraktionen werden heraus eluiert und mit genomweiten Techniken wie MBDCap-seq/MethylCap-seq analysiert. Ein weiterer Ansatz ist die Immunopräzipitation von methylierter DNA (MeDIP), die auf der spezifischen Bindung von Antikörpern an das methylierte Cytosin (5mC) in der DNA basiert. Diese Methode wird auch für die Analyse von hydroxyliertem Methylcytosin (5hmC) verwendet. Gereinigte Fragmente werden mittels PCR, Sequenzierung oder Microarray analysiert.

Eine weit verbreitete Technik zum Nachweis von Histonmodifikationen ist die Immunpräzipitation von Chromatin (ChIP). Sie wird zur Identifizierung lokaler posttranslationaler Modifikationen der Histonschwänze und zur Überwachung von Veränderungen der Modifikationen als Reaktion auf verschiedene Stimuli eingesetzt. Antikörper gegen spezifische Histonmodifikationen (z. B. Trimethylierung von Histon H3 Lysin K27) werden zur Immunpräzipitation derjenigen Chromatinregionen verwendet, die diese Modifikationen aufweisen. ChIP kann auch angewendet werden, um die Bindung von Transkriptionsfaktoren und Enzymen an das Chromatin zu untersuchen, wobei ein spezifischer Antikörper gegen den Faktor von Interesse verwendet wird. Die assoziierten Chromatinregionen können entweder mittels PCR zum Nachweis spezifischer Loci oder mittels Deep Sequencing für eine globalere Betrachtung sowie mittels Microarray (ChIP-Chip) analysiert werden, wobei im letzten Fall die Auflösung der Daten im Vergleich zum Sequencing schwächer ist. Während des letzten Jahrzehnts wurde die grundlegende ChIP-Methode weiterentwickelt, was zur Entstehung anderer vielfältiger ChIP-Methoden wie μChIP-seq für die Analyse geringer, mikroskaliger Probenmengen und der modernen Einzelmolekül-Echtzeitsequenzierung (SMRT; „Sequenzierung der dritten Generation“) von ChIP-Proben führte.

Epigenetische Modifikationen können auch mit Methoden untersucht werden, die die aktiven Regionen des Chromatins identifizieren. Bei der DNase-seq-Methode wird das Enzym DNase I verwendet, um die DNA zu verdauen, die nicht durch die Nukleosomenstruktur geschützt ist, sodass die Regionen, die empfindlich auf DNase reagieren, mit aktiven Genen assoziiert sind. Für die Analyse und Interpretation der Ergebnisse können Sequenzierungs-, Microarray- oder Southern Blot-Techniken verwendet werden. Das offene Chromatin kann auch durch die Formaldehyd-unterstützte Isolierung von regulatorischen Elementen (FAIRE) nachgewiesen werden, die zur Isolierung offener, nukleosomendepletierter Chromatinregionen führt. Die FAIRE-Methode basiert auf der Quervernetzung zwischen Formaldehyd und DNA, Histonen und anderen damit assoziierten Proteinen. Die DNA wird durch Sonikation fragmentiert und anschließend durch Phenol-Chloroform-Extraktion isoliert. Nur DNA, die nicht durch Nukleosomen und assoziierte Proteine gebunden ist, verbleibt bei der Extraktion in der wässrigen Phase, so dass die offenen und aktiven Bereiche des Genoms isoliert werden können. Die isolierten Fragmente können wiederum mit verschiedenen Methoden, wie PCR, Microarray und Sequenzierung, analysiert werden. Chromatin kann auch mit der Chromatin Conformation Capture (3C)-Technik untersucht werden, die die Chromatinregionen identifiziert, die physisch miteinander assoziiert sind, wie z. B. Promotoren mit Enhancern. 3C wird oft durch PCR analysiert, aber heutzutage auch durch Deep Sequencing der Interaktionen global (Hi-C).

Nicht-kodierende RNAs (ncRNAs) wirken als epigenetische Modifikatoren und regulieren die Genexpression stark. Ihre abweichende Expression, hauptsächlich in Form von microRNAs (miRNAs) und langen nichtkodierenden RNAs, kann die Genexpression modifizieren und komplizierte Immunstörungen auslösen. Die Analyse der RNA-Komponente der Epigenetik erfolgt meist genomweit mit Next-Generation-Sequencing-Methoden. Die Veränderungen in ncRNA und mRNA können durch Deep Sequencing charakterisiert werden. Die Expression von RNAs kann auch durch quantitative Polymerase-Kettenreaktion (qPCR) analysiert werden. Die quantitative PCR, auch Real-Time-PCR genannt, ist eine Labortechnik in der Molekularbiologie, mit der die Menge des PCR-Produkts in Echtzeit bestimmt werden kann, und ist sehr nützlich für die Untersuchung der Genexpression.

Transkriptomik

Bei der Expression von Genen wird die in der DNA gespeicherte genetische Information auf die RNA (Ribonukleinsäure) übertragen. RNAs sind wichtige Makromoleküle, die aus linearen Ketten von Nukleotiden bestehen (Abb. 4), die durch den zellulären Prozess der Transkription hergestellt werden. RNAs erfüllen vielfältige zelluläre und biologische Funktionen, da sie entweder als Vorlage für die Proteinsynthese dienen oder kritische katalytische und regulatorische Rollen spielen. Bei der Transkription wird die genetische Information von der DNA auf die mRNA übertragen. Dieser Vorgang wird von einem Enzym, der RNA-Polymerase, durchgeführt. In den Zellen existieren mehrere Klassen von RNAs (Messenger-RNAs (mRNA), Transfer-RNAs (tRNA), ribosomale RNA (rRNA), kleine Kern-RNA (snRNA), kleine nukleolare RNA (snoRNA), short interfering RNA (siRNAs), Mikro-RNA (miRNAs), lange nicht-kodierende RNA und Pseudogene), aber diejenigen, die an der Proteinsynthese beteiligt sind, sind Boten-RNA (mRNA), Transfer-RNA (tRNA) und ribosomale RNA. Boten-RNA (mRNA) ist ein einzelsträngiges Molekül, das die Übertragung der genetischen Information zu den Ribosomen vermittelt, wo die Proteine synthetisiert werden. Bei Eukaryonten wird jedes Gen so transkribiert, dass eine einzelne mRNA entsteht, während bei Prokaryonten ein einziges mRNA-Molekül die genetische Information von mehreren Genen, d. h. von mehreren proteinkodierenden Regionen, tragen kann. Es besteht eine lineare Entsprechung zwischen der Basensequenz eines Gens und der Aminosäuresequenz eines Polypeptids. Jede Gruppe von drei aufeinanderfolgenden Nukleotiden kodiert die Position einer bestimmten Aminosäure in einem Proteinmolekül, und jedes solche Triplett von Basen wird als Codon bezeichnet. Codons werden von Ribosomen (die selbst aus Proteinen und rRNA bestehen), tRNA und Helferproteinen, die Translationsfaktoren genannt werden, in Sequenzen von Aminosäuren übersetzt.

Abb. 4. Einzelsträngige Struktur der RNA mit den vier Nukleotidbasen – Adenin, Uracil, Guanin, Cytosin.

Der Begriff „Transkriptom“ wird häufig verwendet, um den vollständigen Satz aller Ribonukleinsäure (RNA)-Moleküle in einer Zelle, einem Gewebe oder einem Organismus zu bezeichnen. Das Transkriptom spiegelt die molekulare Aktivität in Zellen wider, also die Gene, die zu einem bestimmten Zeitpunkt aktiv exprimiert werden. Es umfasst alle Formen von RNA-Molekülen, einschließlich protein-kodierender, nicht-protein-kodierender, alternativ gespleißter, alternativ polyadenylierter, alternativ initiierter, Sense-, Antisense- und RNA-editierter Transkripte. Dementsprechend untersucht die Transkriptomik alle Arten von Transkripten innerhalb einer Zelle oder eines Organismus, einschließlich mRNAs, miRNAs und verschiedener Arten von langen nicht-kodierenden RNAs (lncRNAs). Die Transkriptomik umfasst alles, was mit RNAs zu tun hat, wie z. B. ihre Transkriptions- und Expressionsniveaus, Funktionen, Orte, Transport und Abbau. Sie umfasst auch die Strukturen von Transkripten und ihren Elterngenen in Bezug auf Startstellen, 5′- und 3′-Endsequenzen, Spleißmuster und posttranskriptionelle Modifikationen.

Die wichtigsten Studien der Transkriptomik zielen auf:

  • Charakterisierung verschiedener Zustände von Zellen (d.h. Entwicklungsstadien), Geweben oder Zellzyklusphasen durch Expressionsmuster;
  • Untersuchung der molekularen Mechanismen, die einem Phänotyp zugrunde liegen;
  • Identifizierung von Biomarkern, die zwischen dem erkrankten und dem gesunden Zustand unterschiedlich exprimiert werden;
  • Differenzierung von Krankheitsstadien oder Subtypen (z. B. Krebsstadien);
  • den ursächlichen Zusammenhang zwischen genetischen Varianten und Genexpressionsmustern herzustellen, um die Ätiologie von Krankheiten zu beleuchten.

In den letzten drei Jahrzehnten hat der technologische Fortschritt die Transkriptom-Profilierung revolutioniert und neu definiert, was untersucht werden kann. Die Integration von transkriptomischen Daten mit anderen omics gibt einen zunehmend integrierten Blick auf zelluläre Komplexitäten, was ganzheitliche Ansätze in der biomedizinischen Forschung erleichtert.

Die wichtigsten Techniken, die für Transkriptom-Studien eingesetzt werden, sind:

  • Expressed Sequence Tag (EST)-basierte Methoden
  • SAGE
  • Hybridisierungs-basierter Microarray
  • Real-Time PCR
  • NGS-basierte RNA-Sequenzierungsmethoden (RNA-seq),
  • RNA-Interferenz
  • Bioinformatik-Tools für die Transkriptomanalyse.

Die Auswahl der Technik ist abhängig von Kosteneffizienz, Empfindlichkeit, hohem Durchsatz und minimaler Konzentration der Ausgangs-RNA. Die Methodik umfasst die RNA-Isolierung, -Reinigung, -Quantifizierung, den Aufbau einer cDNA-Bibliothek und die Hochdurchsatz-Sequenzierung.

  • Expressed Sequence Tag (EST)-basierte Methoden – Expressed Sequence Tags (ESTs) sind relativ kurze DNA-Sequenzen (in der Regel 200-300 Nukleotide), die üblicherweise von den 3′-Enden von cDNA-Klonen erzeugt werden, von denen PCR-Primer abgeleitet und zum Nachweis der spezifischen kodierenden Sequenz in genomischer DNA verwendet werden können. Die Sequenzierung der ESTs gibt einen Überblick über das Expressionsniveau des Gens. Da immer mehr EST-Daten öffentlich verfügbar sind, hat sich die Verwendung von ESTs auf andere Bereiche ausgeweitet, wie z. B. die Entdeckung von genetischen Markern in silico, die Entdeckung von Genen in silico, die Konstruktion von Genmodellen, die Vorhersage von alternativem Spleißen, die Genomannotation, die Erstellung von Expressionsprofilen und die vergleichende Genomik. Im Vergleich zur Ganzgenomsequenzierung ist die EST-Technologie einfacher und weniger kostspielig, insbesondere bei großen Genomen. Es gibt EST-Datenbanken wie dbEST (NCBI EST) (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/genbank/dbest/), die Sequenzdaten und andere Informationen zu „Single-Pass“ cDNA-Sequenzen oder „Expressed Sequence Tags“ aus einer Reihe von Organismen enthalten und somit als Referenz für das Expressionsprofil eines Organismus dienen.
  • Serial Analysis of Gene Expression (SAGE) ist eine transkriptomische Technik, die von Wissenschaftlern verwendet wird, um eine Momentaufnahme der Boten-RNA-Population in einer Probe von Interesse in Form von kleinen Tags zu erstellen, die Fragmenten dieser Transkripte entsprechen. Diese Technik hat gegenüber EST den Vorteil, dass nur kurze „Tags“ von nur etwa 15 Basen sequenziert werden. Die erzeugten kurzen Fragmente werden dann zusammengefügt und sequenziert. Ein Pool von cDNA kann einem Hochdurchsatz-NGS, bekannt als RNA-seq, zur Quantifizierung, Entdeckung neuer ESTs und Profilierung von RNAs unterzogen werden.
  • Ein DNA-Chip, Gen-Chip, Biochip oder Microarray ist eine Sammlung von DNA-, cDNA-, Oligonukleotidspots, die auf einem festen Träger wie einem Glas- oder Siliziumchip angebracht sind. Durch diese auf Hybridisierung basierende Methode wird das Expressionsniveau von Tausenden von Genen gleichzeitig überwacht. Die größte Einschränkung dieser Technologie besteht darin, dass Genomsequenzinformationen vorausgesetzt werden und auch ein höherer Hintergrund mit der Hybridisierungstechnik verbunden ist.
  • Die quantitative Echtzeit-PCR (qRT-PCR) ist eine Art der PCR zur zuverlässigen Quantifizierung von mRNA mit geringer Abundanz oder von Transkripten mit geringer Kopienzahl. Die wichtigsten Vorteile dieser Technik sind die hohe Sensitivität, die bessere Reproduzierbarkeit und der große dynamische Quantifizierungsbereich. Sie erleichtert Genexpressions- und Regulationsstudien sogar in einer einzelnen Zelle aufgrund ihrer exponentiellen Amplifikationsfähigkeit. Die Verfügbarkeit von verschiedenen Arten von Fluoreszenz-Monitoring-Systemen, die mit der PCR verbunden sind, führte zu ihrer Beliebtheit für Genexpressionsstudien. Die Probleme der unspezifischen Amplifikation und der Bildung von Primer-Dimeren sind einige der Einschränkungen der qRT-PCR.
  • Die RNA-Sequenzierung ist eine der fortschrittlichsten Hochdurchsatztechnologien für die Transkriptomik. RNA-seq, auch bekannt als Whole-Transcriptome Shotgun Sequencing, nutzt NGS-Tools. Die Vorteile der RNA-seq sind, dass sie nicht auf die Verfügbarkeit der Genomsequenz angewiesen ist, keine oberen Quantifizierungsgrenzen hat, eine hohe Reproduzierbarkeit aufweist und einen großen dynamischen Nachweisbereich besitzt.

Der Fortschritt der Transkriptomik führte zu einer Reihe von biologischen Entdeckungen. Diese Omic-Technologie legte den Grundstein für die ersten echten Multi-omic-Studien, die auf dem Vergleich zwischen DNA-Sequenz und mRNA-Expression basieren. Heutzutage wird die Transkriptionsanalyse von den meisten Biologen immer noch häufiger eingesetzt, da die gewonnenen Daten immer noch einfacher zu analysieren und weiterzugeben sind als die „nachgeschalteten Omics“ wie Proteomics und Metabolomics. In jüngerer Zeit erlebt die Transkriptomik ein zweites Revival, da sie in vielen Fällen auf einzelne Zellen anwendbar ist.

Proteomics

Proteine steuern die zelluläre Struktur und Aktivität, liefern die Mechanismen für die Signalübertragung zwischen Zellen und Geweben und katalysieren chemische Reaktionen, die den Stoffwechsel unterstützen. Die Proteinstruktur diktiert die Funktion (oder Dysfunktion). Proteine können die Grundursache von Krankheiten sein (wie Alzheimer oder Chorea Huntington), und sie können zur Heilung eingesetzt werden (z. B. werden Antikörper als Therapeutika gegen virale und bakterielle Infektionen eingesetzt). Die Menge aller exprimierten Proteine in einem biologischen System unter bestimmten, definierten Bedingungen wird als Proteom bezeichnet. Das Wort „Proteom“ ist eine Kombination aus Protein und Genom und wurde 1994 von Mark Wilkins geprägt.
Das Hauptziel der Proteomik ist eine groß angelegte experimentelle Analyse der Struktur und Funktion dieser gesamten Menge von Proteinen, die von einem lebenden Organismus produziert werden. Der Begriff „Proteomik“ tauchte erstmals 1997 auf und bezieht sich auf eine Kerntechnologie in systembiologischen Ansätzen, die das Proteom untersucht. Die Funktion von Zellen ist abhängig von den Proteinen, die im intra- und interzellulären Raum vorhanden sind, und von deren Häufigkeit. Die Synthese von Proteinen in der Zelle basiert auf mRNA-Vorläufern, aber es ist unmöglich, die Abundanz bestimmter Proteine nur aufgrund der Analyse der Genexpression vorherzusagen. Der Grund dafür ist, dass native Proteine posttranslationale Modifikationen (PTMs) oder Veränderungen als Reaktion auf Veränderungen in der Umgebung erfahren. Das Proteom ist ein dynamisches Spiegelbild sowohl der Gene als auch der Umwelt und stellt eine wertvolle Quelle für die Entdeckung von Biomarkern dar, da Proteine höchstwahrscheinlich ubiquitär bei Krankheiten und Krankheitsreaktionen betroffen sind. Die vollständige Charakterisierung aller Proteine ist das Ziel der Proteomik seit ihren Anfängen vor fast 25 Jahren. Dabei geht es um mehr als die bloße Identifizierung von Proteinen, die potenziell in einer Probe vorhanden sind, sondern auch um die Bewertung der Proteinhäufigkeit, der Lokalisierung, der posttranslationalen Modifikationen, der Isoformen und der molekularen Wechselwirkungen. Die Proteomik zielt darauf ab, den Fluss biologischer Informationen durch Proteinwege und -netzwerke zu untersuchen, mit dem letztendlichen Ziel, die funktionelle Bedeutung von Proteinen zu verstehen. Dies erfordert die Entwicklung von Technologien, die ein breites Spektrum von Proteinen in Proben unterschiedlicher Herkunft nachweisen können. In der Proteomik kommen verschiedene Technologien zum Einsatz, die meist in Kombination angewendet werden, zum Beispiel ein- oder zweidimensionale Gelelektrophorese mit Massenspektrometrie (MS) oder Flüssigkeitschromatographie und MS.
Die konventionellen Techniken zur Isolierung und Reinigung von Proteinen basieren auf Chromatographie, wie z. B. Ionenaustauschchromatographie (IEC), Hydroxyapatit, Größenausschlusschromatographie (SEC) und Affinitätschromatographie. Für die Analyse selektiver Proteine können Enzyme-Linked Immunosorbent Assay (ELISA) und Western Blotting eingesetzt werden. Diese Techniken können für die Analyse einzelner Proteine eingesetzt werden, sie können jedoch nicht das Proteinexpressionsniveau bestimmen. Natriumdodecylsulfat-Polyacrylamid-Gelelektrophorese (SDS-PAGE), zweidimensionale Gelelektrophorese (2-DE) und zweidimensionale differentielle Gelelektrophorese (2D-DIGE) werden zur Trennung komplexer Proteinproben verwendet.

  • Die Massenspektrometrie (MS) ermöglicht die Analyse von Proteomen und ist normalerweise die bevorzugte Methode zur Identifizierung von Proteinen in biologischen Systemen. Die drei Hauptanwendungen der MS in der Proteomik sind: Katalogisierung der Proteinexpression, Definition von Proteininteraktionen und Identifizierung von Stellen der Proteinmodifikation. Die Massenspektrometrie misst das Masse-Ladungs-Verhältnis (m/z) von Ionen in der Gasphase. Massenspektrometer bestehen aus einer Ionenquelle, die Analytmoleküle in Gasphasen-Ionen umwandelt, einem Massenanalysator, der ionisierte Analyten basierend auf dem m/z-Verhältnis trennt, und einem Detektor, der die Anzahl der Ionen bei jedem m/z-Wert aufzeichnet. Die Entwicklung der Elektrospray-Ionisation (ESI) und der Matrix-unterstützten Laser-Desorption/Ionisation (MALDI), den beiden weichen Ionisierungstechniken, die Peptide oder Proteine ionisieren können, revolutionierte die Proteinanalyse mit MS. Der Massenanalysator ist das Herzstück der MS-Technologie. Für die Proteomics-Forschung werden üblicherweise vier Arten von Massenanalysatoren verwendet: Quadrupol (Q), Ionenfalle (Quadrupol-Ionenfalle, QIT; lineare Ionenfalle, LIT oder LTQ), Flugzeit-Massenanalysator (TOF) und Fourier-Transformations-Ionenzyklotronresonanz-Massenanalysator (FTICR). Sie unterscheiden sich in ihren physikalischen Prinzipien und analytischen Leistungen. „Hybrid“-Instrumente wurden entwickelt, um die Fähigkeiten verschiedener Massenanalysatoren zu kombinieren und umfassen den Q-Q-Q, Q-Q-LIT, Q-TOF, TOF-TOF und LTQ-FTICR.
  • Tandem-Massenspektrometrie ist ein zusätzliches experimentelles Verfahren, das auch als MS/MS oder MS2 bezeichnet wird. Dies ist eine Schlüsseltechnik für die Protein- oder Peptidsequenzierung und PTM-Analyse, bei der zwei oder mehr Massenspektrometer gekoppelt werden. Die Moleküle einer gegebenen Probe werden ionisiert und das erste Spektrometer (als MS1 bezeichnet) trennt diese Ionen nach ihrem Masse-Ladungs-Verhältnis (oft als m/z oder m/Q angegeben). Ionen eines bestimmten m/z-Verhältnisses, die vom MS1 kommen, werden ausgewählt und dann dazu gebracht, sich in kleinere Fragment-Ionen aufzuspalten, z. B. durch kollisionsinduzierte Dissoziation (CID), Elektroneneinfangdissoziation (ECD), Elektronentransferdissoziation (ETD), Ionen-Molekül-Reaktion oder Photodissoziation. Diese Fragmente werden dann in das zweite Massenspektrometer (MS2) eingeführt, das wiederum die Fragmente nach ihrem m/z-Verhältnis trennt und detektiert. Der Fragmentierungsschritt ermöglicht es, Ionen zu identifizieren und zu trennen, die in regulären Massenspektrometern sehr ähnliche m/z-Verhältnisse haben.
    Die Komplexität der biologischen Systeme erfordert, dass das Proteom vor der Analyse aufgetrennt wird. Sowohl gelchromatographie- als auch flüssigchromatographie-basierte Trennungen haben sich in dieser Hinsicht als nützlich erwiesen. Typischerweise werden Proteine nach diesen umfangreichen Auftrennungen durch MS-Analyse von entweder intaktem Protein (top-down) oder enzymatisch verdauten Proteinpeptiden (bottom-up) charakterisiert. Die Identifizierung der Proteine erfolgt durch den Vergleich der gemessenen Massen der intakten Proteine (top-down) oder der verdauten Proteinpeptide (bottom-up) mit den berechneten Massen aus den Genomdaten.
  • Isobaric Taq Labelling (ITL) ist eine häufig verwendete Methode zur Quantifizierung von Proteinen. In der Proteomik ist die Quantifizierung der Proteinhäufigkeit ein wichtiger Schwerpunkt. Proteinexpressionsniveaus stellen das Gleichgewicht zwischen Translation und Abbau von Proteinen in Zellen dar. Es wird daher angenommen, dass die Abundanz eines bestimmten Proteins mit seiner Rolle in der Zellfunktion zusammenhängt. ITL bietet die Möglichkeit der gleichzeitigen Identifizierung und Quantifizierung von Proteinen aus mehreren Proben in einer einzigen Analyse. Um die Menge der Proteine in einer bestimmten Probe zu messen, werden Peptide mit chemischen Markierungen (Tags) versehen, die die gleiche Struktur und nominelle Masse haben, sich aber in der Verteilung der schweren Isotope in ihrer Struktur unterscheiden. Diese Markierungen, die gemeinhin als Tandem-Massen-Tags bezeichnet werden, sind so konzipiert, dass das Massen-Tag bei der Tandem-Massenspektrometrie durch kollisionsinduzierte Dissoziation (HCD) mit höherer Energie an einer spezifischen Linker-Region gespalten wird, wodurch Reporter-Ionen mit unterschiedlichen Massen entstehen. Die Proteinquantifizierung erfolgt durch den Vergleich der Intensitäten der Reporter-Ionen in den MS/MS-Spektren. Weitere quantitative Techniken sind die ICAT-Markierung und die stabile Isotopenmarkierung mit Aminosäuren in Zellkultur (SILAC). Die ICAT hat auch die Palette der analysierbaren Proteine erweitert und ermöglicht die genaue Quantifizierung und Sequenzidentifizierung von Proteinen aus komplexen Gemischen. SILAC ist ein MS-basierter Ansatz für quantitative Proteomik, der auf der metabolischen Markierung des gesamten zellulären Proteoms beruht. Die Proteome verschiedener in Zellkultur gewachsener Zellen werden mit „leichter“ oder „schwerer“ Form von Aminosäuren markiert und durch MS differenziert.
  • Röntgenkristallographie und Kernspinresonanzspektroskopie (NMR) sind zwei wichtige Hochdurchsatztechniken, die die dreidimensionale (3D) Struktur von Proteinen liefern, die für das Verständnis ihrer biologischen Funktion hilfreich sein könnte. Mit der Unterstützung von Hochdurchsatztechnologien wird ein riesiges Volumen an Proteomics-Daten gesammelt. Bioinformatik-Datenbanken werden eingerichtet, um die enormen Datenmengen zu handhaben und zu speichern. Verschiedene Bioinformatik-Tools werden für die Vorhersage von 3D-Strukturen, die Analyse von Proteindomänen und -motiven, die schnelle Analyse von Protein-Protein-Interaktionen und die Datenanalyse von MS entwickelt. Die Alignment-Tools sind hilfreich für das Sequenz- und Struktur-Alignment, um die evolutionäre Beziehung zu entdecken. Die Proteomanalyse bietet eine vollständige Darstellung der strukturellen und funktionellen Informationen der Zelle sowie des Reaktionsmechanismus der Zelle auf verschiedene Arten von Stress und Medikamenten unter Verwendung einzelner oder mehrerer Proteomics-Techniken. Die wichtigsten Techniken, die in der Proteomforschung eingesetzt werden, sind in Abb. 5 dargestellt.

Abb. 5. Methoden, die im Bereich Proteomics für großflächige Untersuchungen von Proteinen eingesetzt werden

Metabolomics

Das Metabolom wurde erstmals 1998 von Oliver und Kollegen im Rahmen ihrer Pionierarbeit zum Hefestoffwechsel als die Gesamtheit der kleinen Moleküle in einem biologischen System oder einer Flüssigkeit beschrieben. Es umfasst alle kleinen Moleküle wie Lipide, Aminosäuren, Fettsäuren, Kohlenhydrate und Vitamine, die als Metabolite bezeichnet werden und als Ergebnis des zellulären Stoffwechsels entstehen. Sie nehmen an den Stoffwechselprozessen in den Zellen teil, indem sie mit anderen biologischen Molekülen interagieren und Stoffwechselwegen folgen. Der Status der Metaboliten in den biologischen Systemen ist hochgradig variabel und zeitabhängig, und Veränderungen in den Konzentrationen der wichtigsten Metaboliten werden aufgrund von genetischen, Umwelt-, Ernährungs- und anderen Faktoren beobachtet.
Metabolomics (Metabolomanalyse) ist die jüngste Strategie unter den Omics, die systematisch die in einer Zelle, einem Gewebe, einem Organ, einer Bioflüssigkeit oder einem Organismus vorhandenen Metaboliten zu einem bestimmten Zeitpunkt identifiziert und quantifiziert. Die in der Metabolomik verwendeten Methoden zielen darauf ab, niedermolekulare Verbindungen (Metaboliten) mit unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften wie Verbindungspolarität, funktionelle Gruppen und strukturelle Ähnlichkeit zu messen. Anhand dieser Eigenschaften wird das Metabolom in Teilmengen verschiedener Metaboliten unterteilt und zu deren Untersuchung werden in der Metabolomik für jeden Molekültyp optimierte analytische Verfahren eingesetzt.
Die Metabolite sind Produkte von biochemischen Reaktionen, die unter Beteiligung von Proteinen des Proteoms ablaufen (Abb. 6). Ihre Konzentrationen sind abhängig von den Wechselwirkungen anderer Prozesse (Transkription, Translation, zelluläre Signalübertragung usw.), sie wurden als Reporter für den Metabolismus bei PD untersucht. Dieser wiederum bestimmt die biologische Struktur und Funktion des endgültigen Phänotyps des Organismus. Daher wirken sich Veränderungen in der Genexpression, der Funktion von Proteinen und der Umwelt direkt auf die Konzentration von Metaboliten in einem biologischen System aus. Das Metabolom besteht aus einer relativ kleinen Anzahl (ca. 5000), aber unterschiedlichen Arten von Metaboliten, die das Metabolom physikalisch und chemisch komplexer machen als Genom, Transkriptom und Proteom. Außerdem bestehen das Genom, Transkriptom und Proteom aus Verbindungen, die Teil des Metaboloms sind. Außerdem sind die Komponenten des Metaboloms im Vergleich zu Genom, Transkriptom und Proteom zwischen Organismen hoch konserviert, weshalb man davon ausgeht, dass das Metabolom evolutionär der älteste Teil der Zelle ist.

Abb.6. Integrationsansätze Daten in der Systembiologie

Die Metabolomik ist die am besten geeignete Strategie zur Bestimmung von krankheitsassoziierten Biomarkern. Die umfassende Untersuchung von Metaboliten ist ein wünschenswertes Werkzeug für die Diagnose von Krankheiten, die Identifizierung neuer therapeutischer Ziele und die Ermöglichung geeigneter Behandlungen. Die Analyse einer kleinen Anzahl von Metaboliten wird seit Jahrzehnten in der Krankheitsdiagnostik eingesetzt, z. B. bei der Entwicklung von Blutzuckerteststreifen in den 1950er Jahren zum Testen auf Diabetes oder bei der Quantifizierung von Phenylalanin bei Neugeborenen zum Screening auf Phenylketonurie.

Metabolomics-Analysen können in zwei Hauptansätze eingeteilt werden: gezielte und ungezielte Metabolomics. Bei der gezielten Analyse sind die Metaboliten, die bestimmt werden, bekannt und repräsentieren spezifische Stoffwechselwege oder Molekülklassen. Im Gegensatz dazu zielt die ungezielte Metabolomik darauf ab, so viele Metaboliten wie möglich zu quantifizieren und zu identifizieren. Die gezielte Metabolomik bezieht sich auf die absolute Quantifizierung (nM oder mg/ml) und verwendet einen internen Standard und eine halbquantitative oder quantitative Analyse, um bekannte Verbindungen, die mit bestimmten Stoffwechselwegen in Verbindung stehen, zu erkennen. Der ungezielte Ansatz misst alle vorhandenen Metaboliten in einer Probe und wendet relative Quantifizierung (Fold Change) und Vergleiche zwischen Proben an. Die Schlüsselrolle, die Metabolomics bei der Multi-omics-Integration und der Systemmodellierung spielt, ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass sie quantitativ sein kann. Systemmodellierung kann nicht ohne genaue Werte oder genaue Konzentrationen als Eingaben durchgeführt werden und ebenso können Systemmodelle nicht ohne genaue, quantitative Konzentrationen als Ausgaben leicht verifiziert werden. Metabolomics kann beides liefern (quantitative Eingangs- und Ausgangsdaten), was sie für Systemmodellierer äußerst wertvoll macht.

Aufgrund der enormen chemischen Komplexität des Metaboloms kann es nicht mit einer einzigen Technologie umfassend untersucht werden. Die früheste Anwendung der Metabolomik geht auf die 1970er Jahre zurück, als die Gaschromatographie-Massenspektrometrie zur Erstellung von Metabolitenprofilen klinischer Urinproben verwendet wurde. Nicholson und andere erstellten in den 1980er Jahren ein Profil von klinischen Proben durch die Anwendung der Kernspinresonanzspektroskopie. Massenspektrometrie gekoppelt mit Flüssigchromatographie und Kapillarelektrophorese werden ebenfalls in der Metabolomik eingesetzt, um die verfügbaren analytischen Techniken zu ergänzen. Einige der analytischen Instrumente, die für die Metabolomics-Forschung verwendet werden, werden häufig und routinemäßig eingesetzt, während andere spezifische Aufgaben haben und weniger häufig eingesetzt werden.

  • Gaschromatographie – Massenspektrometrie (GC-MS) – Eine der am häufigsten verwendeten Methoden in der Metabolomik ist GC-MS. Wie der Name schon sagt, vereinigt GC-MS zwei Techniken zu einer einzigen Methode für die Analyse von Chemikaliengemischen. Die Gaschromatographie trennt die Komponenten einer Mischung und die Massenspektroskopie charakterisiert jede der Komponenten einzeln. Durch die Kombination der beiden Techniken kann jeder Metabolit in einer Probe sowohl qualitativ als auch quantitativ bewertet werden. Diese chromatographische Technik wird verwendet, um Metaboliten zu untersuchen, die einen niedrigen Siedepunkt haben und die in der Gasphase im Temperaturbereich von 50-350°C vorhanden sind. Diese Metaboliten können in ihrer biologisch nativen Form einen niedrigen Siedepunkt haben oder der Siedepunkt eines Metaboliten kann durch eine chemische Veränderung, auch chemische Derivatisierung genannt, herabgesetzt werden. Die Probe, die Metaboliten enthält, wird in eine mobile Phase eingebracht (injiziert), die in der Gaschromatographie ein inertes Gas wie Helium ist. Die mobile Phase führt das Probengemisch durch eine so genannte stationäre Phase. Die Metaboliten werden aufgrund ihrer Adsorption an der stationären Phase getrennt. Die stationäre Phase befindet sich in der Regel in einer Glas- oder Edelstahlsäule und stellt eine Chemikalie dar, die selektiv Komponenten in einem Probengemisch adsorbieren kann. Durch Veränderung der Eigenschaften der mobilen Phase und der stationären Phase können verschiedene Chemikaliengemische getrennt werden. Wenn die einzelnen Metaboliten von der GC-Säule eluieren, gelangen sie in den Elektronenionisationsdetektor (Massenspektrometer). Dort werden sie mit einem Strom von hochenergetischen Elektronen (70 eV) beschossen, wodurch sie in Fragmente zerfallen. Diese Fragmente können große oder kleine Teile der ursprünglichen Moleküle sein. Das Massenspektrum, das man für eine bestimmte chemische Verbindung erhält, ist im Grunde jedes Mal gleich. Daher ist das Massenspektrum ein Fingerabdruck für das Molekül. Dieser Fingerabdruck kann verwendet werden, um die Verbindung zu identifizieren.
  • Flüssigchromatographie-Massenspektrometrie (LC-MS) – Der Hauptunterschied zwischen GC-MS und LC-MS besteht darin, dass bei der Flüssigkeitschromatographie (LC) die mobile Phase ein Lösungsmittel ist. Die LC trennt Gemische von Metaboliten, die in flüssiger Form vorliegen, meist mit Methanol, Acetonitril und Wasser. Durch die Verwendung verschiedener Packungen von Säulen (unterschiedliche stationäre Phase) können mit hoher Effizienz kleine Mengen komplexer Gemische getrennt werden. Die in der HPLC verwendeten Säulen bestehen aus Octadecyl- (C18), Octyl- (C8), Cyano-, Amino- und Phenyl-Packungen und haben in der Regel eine Länge von 50 mm bis 300 mm. Die Säulen werden auf der Grundlage der Art der zu trennenden Verbindungen verwendet. Die Flüssigkeit, die die Mischung der Komponenten enthält, wird in die Ionenquelle des Massenspektrometers überführt, wo der Prozess der Ionisierung stattfindet und Tröpfchen mit einem Überschuss an positiver oder negativer elektrischer Ladung gebildet werden. Die Ionisierung kann durch den Einsatz verschiedener Arten von Ionisationsquellen und Schnittstellen erreicht werden. Nach der Ionisierung werden die Ionen in den Massenanalysator transferiert, wo die Trennung der Ionen nach ihrem Masse-Ladungs-Verhältnis (m/z) erfolgt.
  • Kapillarelektrophorese-Massenspektrometrie (CE-MS) – diese Analysetechnik wird auch Kapillarzonen-Elektrophorese-Massenspektrometrie genannt. CE-MS beinhaltet die Trennung von ionischen Spezies in der Flüssigphase durch Anlegen von Hochspannungen und ist in der Regel mit einer Elektrospray-Massenspektrometrie gekoppelt. Die Kapillarelektrophorese trennt Metaboliten aufgrund ihrer elektrophoretischen Mobilität in einer flüssigen Elektrolytlösung, die in einem elektrischen Feld arbeitet. Die elektrophoretische Mobilität ist abhängig von der Ladung und Größe des Metaboliten, so dass eine Trennung von Metaboliten mit unterschiedlichen Größen und/oder Ladungen möglich ist. Alle Metaboliten müssen geladen sein, damit eine Mobilität stattfinden kann.
    Bei GC-MS, LC-MS und CE-MS erfolgt eine Abtrennung von Metaboliten vor deren Nachweis mit Massenspektrometrie. Diese Besonderheit bietet die Möglichkeit, Metaboliten in niedrigen Konzentrationen, üblicherweise Nanomol/Liter (nM/L) oder Mikromol/Liter (µM/L), nachzuweisen.
  • Die Kernspinresonanzspektroskopie (NMR) ist neben der Massenspektrometrie das am häufigsten verwendete analytische Instrument in der Metabolomics-Forschung. Die NMR-Spektroskopie nutzt die magnetischen Eigenschaften der Atomkerne in einem Metaboliten. Nur einige Atome sind NMR-aktiv und umfassen 1H, 13C und 31P; Proton (1H). Die Technik funktioniert, indem eine flüssige Probe in ein Röhrchen mit kleinem Innendurchmesser (z. B. ein 5 mm-Röhrchen) gegeben wird, oder gelegentlich wird ein Gewebestück direkt mit einem speziellen Probenhalter untersucht. Die Probe wird mit einer Reihe von Radiofrequenzen gepulst, die alle möglichen Energien abdecken, die für die Anregung der ausgewählten Art von Kernen erforderlich sind. Die Kerne absorbieren je nach ihrer chemischen Umgebung Energie bei unterschiedlichen Radiofrequenzen und die Abgabe dieser Energie wird gemessen, wobei ein freier Induktionszerfall (FID) entsteht. Dieser FID wird von einem Zeitbereich-Datensatz in einen Frequenzbereich umgewandelt – unter Verwendung einer Fourier-Transformation – und ein NMR-Spektrum wird als chemische Verschiebung (effektiv die Absorptionsenergie) aufgetragen gegen die Peak-Intensität konstruiert.
  • Schwingungsspektroskopische Techniken wie die Fourier-Transformations-Infrarot-Spektroskopie (FT-IR) und die Raman-Spektroskopie werden zur Analyse der Stoffwechselveränderungen in biologischen Proben eingesetzt. Das Prinzip dieser Techniken basiert auf der Übertragung von ultraviolettem oder infrarotem Licht durch eine Probe, oder manchmal auch auf der Reflexion des Lichts von der Probe, bevor es detektiert wird. Die Ansätze messen vorwiegend die Schwingungen und Rotationen von Bindungen, die mit verschiedenen chemischen Funktionsgruppen verbunden sind und aus der Wechselwirkung der Probe mit dem ultravioletten oder infraroten Licht resultieren. Diesen Techniken fehlt in der Regel die Spezifität, um jeden Metaboliten einzeln zu detektieren, stattdessen absorbieren bestimmte Teile des Moleküls das ultraviolette oder infrarote Licht bei bestimmten Wellenlängen. Im FT-IR werden beispielsweise C-H-Streckschwingungen, die für Fettsäureketten charakteristisch sind, zwischen dem Wellenzahlbereich 3100 – 2800 cm-1 beobachtet, und der Bereich zwischen 1800 und 1500 cm-1 wird von Amid-I- und Amid-II-Banden dominiert, was auf die Vorherrschaft von entweder Alpha-Helix- oder Beta-Sheet-Strukturen hinweist.

Auf dem Gebiet der Metabolomik werden routinemäßig viele Hunderte von Proben analysiert, wobei in der Regel mindestens mehrere Hundert Metaboliten nachgewiesen werden. Die aus dem Nachweis von Metaboliten in einer gegebenen biologischen Probe gewonnenen Daten werden anschließend mit statistischen multivariaten Methoden (Chemometrie) weiter analysiert, um biologische, physiologische und klinisch relevante Informationen zu extrahieren.

Vor- und Nachteile von Omics-Technologien

Die Implementierung von Omics-Technologien und die Integration von Omics-Daten wurde für ein breites Spektrum von Forschungsbereichen realisiert, darunter Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften, Systemmikrobiologie, Analyse von Mikrobiomen, Genotyp-Phänotyp-Interaktionen, Systembiologie, Naturproduktentdeckung und Krankheitsbiologie. In jüngster Zeit wurden omics-basierte Ansätze durch die Hinzunahme neuartiger Konzepte wie Exposome/Exposomics (Rolle der Umwelt bei menschlichen Krankheiten), Adductomics (Untersuchung von Verbindungen, die DNA binden und Schäden und Mutationen verursachen), Volatilomics (Untersuchung flüchtiger organischer Verbindungen zur Metabolomics/Lipidomics-Analyse), Nutrigenomics (Untersuchung der Auswirkungen von Lebensmitteln auf unsere Gene) usw. erheblich verbessert. Die Omics-Technologien zielen jedoch in erster Linie auf vier Omics-Forschungsfelder – Genomics, Transcriptomics, Proteomics und Metabolomics. Die traditionellen Forschungsfelder wie Genetik, Pharmakogenetik und Toxikogenetik, die das Omics-Konzept nicht anwenden, liefern die statischen Sequenzen von Genen und Proteinen. Im Gegensatz dazu bieten die Omics-Technologien die gleichzeitige Messung der Anzahl von Proteinen, Genen und Metaboliten und ermöglichen die Gewinnung großer Datenmengen in kurzer Zeit. Die kollektive Analyse der biologischen Prozesse in einem biologischen System, die durch alle Omics bereitgestellt wird, ist ein Vorteil gegenüber den bisherigen traditionellen Methoden, um das Gesamtbild des biologischen Systems besser zu verstehen. Obwohl große Omics-Daten immer besser zugänglich sind, ist die Integration von echten Multi-Omics-Daten immer noch eine große Herausforderung. Das liegt daran, dass viele der spezifischen Analysewerkzeuge und experimentellen Designs, die konventionell für einzelne Omics-Disziplinen (Genomics, Transcriptomics und Proteomics) verwendet werden, nicht ausreichend geeignet sind, um zuverlässige Vergleiche und Integration über mehrere Omics-Disziplinen hinweg zu ermöglichen. Zum Beispiel sind die Methoden zur Probensammlung und -lagerung sowie die Menge und Art der biologischen Proben, die in Genomics-Studien benötigt werden, oft nicht mit Metabolomics, Proteomics oder Transcriptomics kompatibel. Bei der Datenerhebung gibt es viele Probleme, wie z. B. Datenheterogenität, geringe Stichprobengröße im Vergleich zu vielen Parametern, Bestätigung und Interpretation der Daten aufgrund vieler Wechselwirkungen im biologischen System und unzureichender Informationen über diese Systeme. Fast in allen Omics-Experimenten werden hunderte bis tausende von Zielmolekülen und Variablen gemessen (Metabolite, Proteine, Gene, Transkripte und SNPs). Dies erfordert die Untersuchung einer ausreichenden Anzahl von biologischen Proben, um statistisch zuverlässige Ergebnisse zu erhalten. Außerdem müssen die Multi-omics-Daten aus demselben Probensatz generiert werden, um den direkten Vergleich unter gleichen Bedingungen zu ermöglichen. Dies ist jedoch aufgrund von Einschränkungen bei der Probenbiomasse, dem Probenzugang oder den finanziellen Ressourcen nicht immer möglich. In einzelnen Omics-Experimenten werden oft größere Probenmengen benötigt, um dieses Problem zu überwinden. Darüber hinaus müssen die integrierten Multi-omics-Daten als einzelne Datensätze analysiert werden, bevor sie in omics-spezifischen Datenbanken abgelegt werden, um sie öffentlich zugänglich zu machen. Diese Probleme unterstreichen, dass für die qualitativ hochwertigen Large-Scale-omics-Studien notwendig ist, : 1) ein Experiment richtig zu planen, 2) biologische Proben sorgfältig zu sammeln, vorzubereiten und zu lagern, 3) quantitative Multi-omics-Daten und zugehörige Metadaten sorgfältig zu sammeln, 4) geeignete Werkzeuge für die Integration und Interpretation der Daten zu verwenden.

Einige der Vor- und Nachteile der wichtigsten Omics-Technologien sind in Tabelle 1 zusammengefasst.

Tabelle 1. Vor- und Nachteile der wichtigsten Omics-Forschungstechnologien

Omics-Technologie Vorteil Nachteil
Genomik • Analyse des kompletten Genoms
• Untersuchung des Gen-Polymorphismus zwischen Individuen
• Durch die Identifizierung von SNPs wird eine wertvolle Information für die Frühdiagnose und Behandlung von Krankheiten bereitgestellt
• Einfach zu implementierende Labortechniken
• Die durchgeführte Genomanalyse reicht nicht aus, um die endgültige biologische Wirkung der DNA aufgrund von Epigenetik, posttranskriptionellen und posttranslationalen Veränderungen vorherzusagen.
• Erfordern eine spezielle und teure Laborausrüstung
Epigenomik Wissen über die Regulation der Genexpression bereitstellen • Es ist schwierig, die gewonnenen epigenetischen Daten mit der Genexpression in Beziehung zu setzen, da die Transkription durch mehrere Prozesse beeinflusst werden kann
• Nicht jede methylierte Region kann mit den verwendeten Techniken erkannt werden.
Transkriptomik • Untersuchung des kompletten Satzes der mRNA (Transkriptom)
• Identifizierung der wichtigsten Signalwege, die an der Arzneimittelwirkung und -toxizität beteiligt sind.
• Einfach zu implementierende Labortechniken
• Die Proteinexpression wird durch posttranslationale Veränderungen beeinflusst, die zu falschen Daten führen
• Erfordern teure und spezifische Ausrüstung
Proteomics • Untersuchung des kompletten Satzes von Proteinen in einem biologischen System
• Erkennung von unbekannten und unerwarteten Proteinen
• Teure Geräte und zeitaufwendige Verfahren nicht auf das gesamte Proteom anwendbar
• Einige Proteine lassen sich nur schwer trennen und aufreinigen
• MS-Anwendung und Interpretation der Daten erfordern speziell geschultes Personal
Metabolomics • Liefert adäquate Daten über Veränderungen der Stoffwechselvorgänge in der Zelle
• Endogene Metaboliten sind weniger als Gene, Transkripte und Proteine, daher müssen weniger Daten interpretiert werden
• Erkennung von Biomarkern für Krankheiten
• Relativ geringe Anzahl von Metaboliten (einige Tausend), die gemessen werden können
• Spezielle, teure Geräte
• Der Einsatz von MS und NMR erfordert speziell geschultes Personal

Multi-omics-Datensätze können in bestimmten Szenarien eine größere Verständnistiefe bieten, aber das ist nicht ohne Kosten. Diese Studien basieren häufig auf einer großen Anzahl von Vergleichen, dem richtigen Datentyp, relevanten statistischen Analysen, spezifischer Ausrüstung und geschultem Personal sowie erheblichen Investitionen von Zeit und Geld. Bei der Planung eines Experiments muss berücksichtigt werden, welche Arten von Omics-Daten integriert werden können und sollten, um aussagekräftige biologische Erkenntnisse über das untersuchte System zu erhalten. Die Anwendung von Hochdurchsatz-omics-Plattformen ist nicht immer notwendig, um die Forschungsfrage zu beantworten. Die Ergebnisse traditioneller Techniken wie der quantitativen Polymerase-Kettenreaktion (qPCR), des Enzyme-linked Immunosorbent Assay (ELISA) oder der Immunhistochemie (IHC) können manchmal ausreichen, um ein Verständnis für biologische Mechanismen zu erhalten. Diese Techniken ergänzen oft die Ergebnisse einer größeren Omics-Studie, da sie angewandt werden, um zu verifizieren, dass das signifikante Molekül, das aus Omics-Daten identifiziert wurde, ein echtes positives Ergebnis ist.

Test: LO1- Basisniveau

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Grüne Energie und IKT: Von intelligenten zu klugen Strategien

 Basisniveau

Derzeit sind neue Vorschriften in Vorbereitung, die darauf abzielen, Kontaktcodeinformationen für bestimmte Bereiche und auch für Einzelpersonen vorzuschlagen, um alternative Energiequellen zu finden.

Inhalt

 

Die grüne Energie

Derzeit sind neue Vorschriften in Vorbereitung, die darauf abzielen, Kontaktcodeinformationen für bestimmte Bereiche und auch für Einzelpersonen vorzuschlagen, um alternative Energiequellen zu finden. Diese alternativen Quellen müssen private und öffentliche Gebäude mit Strom versorgen und gleichzeitig eine geringe Anzahl giftiger Verbindungen erzeugen. Das ist der sogenannte „going green“-Ansatz. Verschiedene alternative Energiearten wie Solar- und Kernenergie wurden mit dem Ziel entwickelt, den Planeten zu retten, da die giftigen Emissionen, die mit der Produktion der traditionellen einhergehen, ein großes Problem darstellen, da sie das Weltleben stark beeinträchtigen.

Zusammen mit den weithin untersuchten toxischen Wirkungen der globalen Erwärmung in den letzten Jahren sind sie parallel zu den Schäden durch andere Ressourcen, die bei der Produktion von Nahrungsmitteln und der Erhaltung von sauberem Wasser verwendet werden, vage. Die Gesellschaft hat sich auf Materialien wie Kohle, Öl und sogar Kerosin bezogen, um die benötigte Energie zu gewährleisten. Die fossilen Brennstoffe, Kohle, Öl und andere Ressourcen, die für die Stromerzeugung verwendet werden, emittieren schädliche Nebenwirkungen. Diese Brennstoffe sind nicht erneuerbar und kontaminieren die Umwelt und die Atmosphäre und beeinträchtigen die Quellen, die für das Überleben der Arten auf unserem Planeten erforderlich sind. Da diese Quellen von Natur aus begrenzt sind und die Probleme wegen ihrer Knappheit und ihres Zugangs zunehmen, sind ihre schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt am schlimmsten. Die Nutzung dieser konventionellen Energiequellen trägt also zur globalen Erwärmung bei.

Grüne Energie wird dazu beitragen, zumindest einige dieser Probleme zu lindern und zu glätten, und je schneller wir auf erneuerbare Energiequellen umsteigen, desto besser.

Green energy will help to relieve and smoothen at least some of these problems, and the faster we move to renewable energy sources the better.

Was ist grüne Energie?

Der menschliche Einfluss auf die Umwelt wird zu einem erheblichen Wert beim Übergang von Standardenergieressourcen zu erneuerbaren Energiequellen und ist für die Benutzer offensichtlich. Ökostrom ist somit ein Urteil für bessere Nachhaltigkeit im Stromnetz, und diese Bedeutung unterscheidet sich vom Begriff erneuerbarer Rohstoff. Unter Beachtung der Environmental Protection Agency (EPA) bietet grüne Energie einen tiefgreifenden Umweltwert und umfasst Strom, der aus Sonne, Wind, Geothermie, Biogas, umweltfreundlicher Wasserkraft und bestimmten geeigneten Biomassequellen gewonnen wird.

Erneuerbare Energie impliziert dieselben Quellen wie grüne Energie. Die produzierte Energie wird mit Technologien und Produkten einen erheblichen Einfluss auf die lokale und globale Umwelt haben. Wenn Ökostrom mit der Anwendung in verschiedenen erneuerbaren Energieprojekten verbunden wird, haben sie einen Beitrag zu diesen Technologien.

Grüne Energie ist jede Art von Energie, die auf der Grundlage natürlicher Ressourcen wie Sonnenlicht, Wind oder Wasser erzeugt wird. Es geht häufig von erneuerbaren Energiequellen aus, wobei die oben genannten Variationen für erneuerbare und grüne Energie berücksichtigt werden. Wichtig für diese Energieressourcen ist die Grundregel, dass sie die Umwelt nicht belasten, indem sie Treibhausgase in die Atmosphäre abgeben. Grüne Energie erzeugt Strom aus natürlichen Ressourcen ohne negative Nebenwirkungen, die die Erdatmosphäre und -oberfläche verschmutzen. Neben Solar- und Windenergie könnten viele andere umweltfreundliche Alternativen die Energie sicherstellen, die zum Erhalt des Planetenlebens benötigt wird. Wasser, Wind und Sonne werden seit der Antike genutzt, um Strom zu erzeugen, Wasser zu erhitzen und Maschinen zu betreiben. In letzter Zeit haben sich die Technologien in Bezug auf Designs, Typen, und Nutzung alternativer Quellen entwickelt. Obwohl die verwendete Energiequelle eine gewisse Umweltverschmutzung verursachen kann, minimieren die umweltfreundlicheren Optionen schädliche Nebenwirkungen. Die derzeit genutzten Alternativen basieren also auf den neuen Wegen der Energiegewinnung aus tatsächlichen fossilen Brennstoffen und Kohle, jedoch auf weniger schädliche Weise. Dies geschieht durch die Verlagerung der schädlichen Nebenprodukte. Diese sind jedoch derzeit wenig effektiv und kann immer noch nicht auf kosteneffiziente Weise erreicht werden. Dennoch gibt es viele Alternativen, die realisierbar sind.

Grüne Energieprodukte funktionieren

Es wird akzeptiert, dass sie, um als grüne Energiequelle anerkannt zu werden, keine Umweltverschmutzung verursachen dürfen, wie sie bei fossilen Brennstoffen zu finden ist. Diese Beweise deuten darauf hin, dass nicht alle von der erneuerbaren Energiebranche genutzten Quellen grün sind. Somit gilt die Stromerzeugung, die organisches Material aus nachhaltiger Forstwirtschaft verbrennt, zwar als erneuerbar, aber aufgrund der CO2-Produktion durch den Verbrennungsprozess ist sie nicht grün. Grüne Energiequellen werden normalerweise auf natürliche Weise ergänzt, im Vergleich zu fossilen Brennstoffquellen wie Erdgas oder Kohle, die Jahrmillionen entwickelt wurden. Grüne Quellen vermeiden auch oft Bergbau- oder Bohrarbeiten, die die Ökosysteme beeinträchtigen können.

Die Zukunft des Energieverbrauchs konzentriert sich auf die Nutzung eines Mixes aus grüner, erneuerbarer und konventioneller Energie, unabhängig vom gekauften Produkt. Somit werden alle Energiequellen im Stromnetz neben dem Stromübertragungsnetz gemischt. Für diejenigen, die zu Hause grün werden möchten und keine Möglichkeiten für ein Solarmodul haben, ist die genannte Mischung der beste Weg, um den mit dem Energieverbrauch verbundenen CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Es ist der wahrscheinlichste Weg, um die groß angelegten Investitionen in erneuerbare Energien zu steigern und mehr Haushalten und Unternehmen Zugang zu grüner Energie zu verschaffen.

Die Arten von grüner Energie

Die Vielfalt der grünen Energiearten hängt mit der Vielfalt der Quellen zusammen (Abb. 1). Einige dieser Typen eignen sich besser für bestimmte Umgebungen oder Regionen. Als Energiequelle stammt grüne Energie oft aus erneuerbaren Energietechnologien wie Solarenergie, Windkraft, Geothermie, Biomasse und Wasserkraft. Diese Technologien wirken durch unterschiedliche Prozesse.

Die Suche nach einer alternativen Energiequelle steht im Fokus vieler Länder auf der ganzen Welt. Es ist von strategischer Bedeutung, natürliche und erneuerbare Optionen als Energiequelle zu entdecken. In einigen Fällen kann es eine einfache Entscheidung sein, geeignete architektonische Designs zu finden, die Gebäude im Sommer kühl und im Winter warm halten. In einem anderen wird ein anaerobes Design in energieerzeugenden Systemen verwendet, um fossile Brennstoffe durch andere Ressourcen zu ersetzen. Daher sind die Reduzierung von CO2-Emissionen, die Vermeidung von Umweltschäden und die Schaffung von Arbeitsplätzen nur einige der Vorteile, die eine Investition in grüne Energie bietet.

Abbildung 1. Die Vielfalt der grünen Energiearten

Grün zu werden bedeutet mehr Geld für Solar-, Wind- und andere erneuerbare Energieprojekte zu finanzieren und Technologien zu entwickeln, um die erneuerbaren Quellen besser zu nutzen und sie für die Menschen zugänglicher zu machen.

Energieverbrauch im IKT-Sektor

Derzeit wird geschätzt, dass IKT 1,15% der gesamten Stromversorgung verbraucht. Es wird mit einem jährlichen Gesamtstromverbrauch für IKT von 242 TWh im Jahr 2015 gerechnet. Diese Summe setzt sich aus vor Ort erzeugtem Strom (27 TWh) und Netzstrom (215 TWh) zusammen. Außerdem beträgt der weltweite CO2-Ausstoß des IKT-Sektors im Jahr 2015 etwa 169 Millionen Tonnen CO2. Dies entspricht 0,53 % der gesamten CO2-Emissionen des Energiesektors (32 G Tonnen) und 0,34 % der globalen CO2-Emissionen (50 G Tonnen) im Jahr 2015. Der Stromverbrauch im IKT-Netz ist von 2010 bis 2015 um 31 % gestiegen Dies summiert sich auf einen Anstieg von 185 TWh für 5 Jahre, was 1 % der gesamten Stromversorgung des Stromnetzes entspricht. Das operative Wachstum der CO2-Emissionen betrug in diesem Zeitraum 17 %.

Durch die breite Anwendung von 5G in naher Zukunft wird die Rate des Energieverbrauchs noch größer sein.

Grüne Energiebereitstellung für IKT

Heutzutage wird die Reduzierung von Treibhausgasemissionen (THG) zu einem der wichtigsten Forschungsthemen in der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT), da die indirekten Treibhausgasemissionen durch den enormen Einsatz von IKT-Elektrogeräten beunruhigend ansteigen. Somit ist die Lösung des IKT-THG-Problems mit der Verbesserung der Energieeffizienz durch eine Reduzierung des Energieverbrauchs auf der Mikroebene verbunden.

Die Forschung in diesem Bereich konzentriert sich auf Mikroprozessordesign, Computerdesign, Power-on-Demand-Architekturen und Techniken zur Konsolidierung virtueller Maschinen. Die Energieeffizienzmethode auf Mikroebene wird aufgrund des Khazzoom-Brookes-Postulats (auch bekannt als Jevons-Paradoxon) einen allgemeinen Anstieg des Energieverbrauchs mit sich bringen, das besagt: „Energieeffizienzverbesserungen, die im weitesten Sinne wirtschaftlich gerechtfertigt sind auf der Mikroebene, können auf der Makroebene zu einem höheren Energieverbrauch führen“. Daher könnte es vernünftig sein, dass die Reduzierung der Treibhausgasemissionen auf Makroebene eine angemessenere Lösung ist. Große ICT-Unternehmen wie Microsoft, die zu jeder Zeit bis zu 27 MW Energie verbrauchen, haben ihre Rechenzentren in der Nähe von Ökostromquellen errichtet. Leider liegen viele Rechenzentren nicht in der Nähe von grünen Energiequellen. Aus diesem Grund ist das dezentrale Netz mit grüner Energie eine aufkommende Technologie, die es ermöglicht, dass die Verluste bei der Energieübertragung über die Infrastrukturen der Energieversorger viel höher sind als die durch die Datenübertragung verursachten. Dies macht die Verlagerung eines Rechenzentrums in die Nähe einer erneuerbaren Energiequelle zu einer effizienteren Entscheidung, es sei denn, die Energie wird an einen bestehenden Standort gebracht.

Management- und technische Richtlinien werden eine Entscheidung sein, die Virtualisierung zu arrangieren, die dazu beiträgt, virtuelle Infrastrukturressourcen basierend auf der Stromverfügbarkeit von einem Standort zu einem anderen zu verschieben. Dies wird die Nutzung erneuerbarer Energien innerhalb des IKT-Netzes erleichtern, indem es ein „Infrastructure as a Service (IaaS)“-Management-Tool bereitstellt.

Grüne IKT und Wege zur Ökologisierung von IKT

Green ICT ist ein weit gefasster Begriff, dem eine allgemeine Definition fehlt. Dieses Konzept umfasst die Energieeffizienz von Geräten wie Computern, Servern und Monitoren. Gelegentlich wurde die Herstellung von IKT-Geräten sowie das Recycling erwähnt. In anderen Fällen enthält es Möglichkeiten, wie IKT zur Minderung der Umweltauswirkungen anderer Sektoren eingesetzt werden können. 

  • Definition von grüner IKT

Green ICT wird in der Literatur definiert als „die energieeffiziente und kostengünstige Nutzung von IT-Ressourcen“ oder „eine Initiative, um Einzelpersonen, Gruppen und Organisationen, die sich mit der Nutzung von IKT beschäftigen, dazu zu ermutigen, Umweltprobleme zu berücksichtigen und Lösungen für sie zu finden“. Green ICT beschäftigt sich mit den Umweltauswirkungen des ICT-Sektors selbst. ICT for Green zeigt, wie IKT eingesetzt werden kann, um andere Sektoren grüner zu machen. Der IKT-Sektor verursacht etwa 2% der weltweiten THG-Emissionen, hauptsächlich aufgrund der Emissionen aus dem Luftverkehr. Obwohl diese Zahl nicht so aussieht, sind einige Autoren der Meinung, dass die Emissionen des IKT-Sektors mit einer jährlichen Zunahme von 6% am ​​stärksten wachsen. Außerdem werden die Umweltauswirkungen von IKT weitgehend vernachlässigt, die Luftfahrt beginnt schon vor Jahrzehnten, auf die Umwelt zu achten, aber die IKT-Branche hat erst heute begonnen, sich um die Umwelt zu kümmern. In Bezug auf Green ICT sind die wichtigsten verwendeten ICT in Abb. 2 dargestellt. Für jede dieser Gerätekategorien gibt es verschiedene Optionen, um die Umweltbelastung zu reduzieren. Bei der Diskussion der Umweltauswirkungen von IKT ist Energieeffizienz das am meisten diskutierte Thema. Inzwischen stellt sich auch die Frage nach einer solchen Schätzung der für die Produktion verwendeten Materialien und der Vorgehensweise.

Die Messung der Energieeffizienz ist die einfachste Kennzahl, um die Wirkung von Green ICT abzuschätzen, da der Energieverbrauch einfach zu bestimmen ist. Während der Geräteproduktion kann im Vergleich zur gesamten Lebensdauer zeitweise mehr Energie verbraucht werden als dies bei PCs der Fall ist. Bei der Herstellung von Computern werden verschiedene Metalle wie Aluminium, Arsen, Kupfer und Blei verwendet. Einige von ihnen sind gefährlich und erfordern den Umgang mit den Geräten, insbesondere während des Recyclings. Es wird behauptet, dass 70 % aller gefährlichen Abfälle Elektroschrott sind. In vielen Ländern gibt es Vorschriften für das Recycling von Elektroschrott, aber informelles Recycling bietet eine kostengünstige Möglichkeit, mit diesem Abfall umzugehen und wird leider viel praktiziert.

Abbildung 2. Hauptkategorien der verwendeten IKT.

  • Grün in der IKT

Der Begriff „grün“ wird in der Alltagssprache verwendet, um sich auf umweltverträgliche Aktivitäten zu beziehen. Auch der Begriff „grün“ wird immer wieder als nachhaltig verwendet. Beide Konzepte sind eng miteinander verbunden, aber nicht identisch und grün zu sein ist nur ein Teil von Nachhaltigkeit. Die Vereinten Nationen diskutieren im Allgemeinen drei Aspekte der nachhaltigen Entwicklung: die soziale, die wirtschaftliche und die ökologische Dimension. Der Begriff „grün“ passt zum Umweltaspekt, da beides oft miteinander verbunden ist. Aus Umweltgesichtspunkten ist es gut verstanden und sinnvoll, insbesondere im Fall der Verknüpfung von „grüner“ IKT mit Wirtschaftswachstum. Nicht umsonst wird Nachhaltigkeit zu einem Faktor für das schnelle Wachstum des IKT-Sektors; sie begünstigt das Wirtschaftswachstum, gewährleistet einen breiten Zugang zu neuen Technologien und erhöht die Effizienz anderer Sektoren.

Die im UN-Bericht „Unsere gemeinsame Zukunft“ enthaltene Definition von Nachhaltigkeit oder Umweltproblemen besagt, dass nachhaltig diejenigen Prozesse sind, die „die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigen, ohne die Fähigkeit zukünftiger Generationen zu beeinträchtigen, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen“.

Im IKT-Sektor „grün“ zu sein, bedeutet zum Teil, fundierte Lösungen für den Umgang mit natürlichen Ressourcen zu finden.

Ein gutes Beispiel für den Begriff „Nachhaltigkeit“ ist die Art und Weise, wie das heutige Leben das Leben zukünftiger Generationen in Bezug auf den Mangel an natürlichen Ressourcen, gesundheitliche Probleme für diejenigen, die mit Produktion und Recycling arbeiten, sowie die Auswirkungen auf die Zukunft beeinflussen können. Im Umgang mit IKT gibt es also verschiedene Möglichkeiten, grün zu werden.

Es ist notwendig, „grüne“ Technologien und „grünes“ Verhalten zu definieren. Grüne Technologien umfassen Teile wie virtuelle Server, die eine höhere Nutzungsrate ermöglichen, um eine Energieeinsparung von bis zu 85 % im Vergleich zu Standard-PCs zu erzielen. Allerdings wird die Technologie, die ineffizient eingesetzt wird, nicht grün sein. Auf diese Weise können die Mitarbeiter eine große Bedeutung für die Umweltspur haben. Das Ausschalten der Geräte nach dem Verlassen des Büros und der Einsatz von Technologie, um andere Bereiche des Lebens umweltfreundlicher zu gestalten, wie das Abhalten von Videokonferenzen anstelle von Reisen oder die gemeinsame Nutzung verschiedener Geräte wie Drucker zwischen Abteilungen, sind Beispiele für umweltfreundliche Haltung am Arbeitsplatz.

„Grün“ im IKT-Sektor und im Informationsmanagement zu sein ist nicht genau dasselbe wie „Grün“ in anderen Sektoren. Jeder Sektor hat seine Umweltprobleme und Minderungsstrategien. Der IKT-Sektor ist eine Besonderheit, da er die Ökologisierung anderer Sektoren verursacht und es ist nicht sicher, wie der große Beitrag zur Verringerung der Emissionen und zur Erreichung einer besseren Umwelt erzielt werden kann. Dennoch sollten diese Umweltauswirkungen der IKT nicht überschätzt werden. Um im IKT-Sektor „grün“ zu sein, ist es notwendig, sich der Produktionsweise und der Verwendung und des Recyclings der IKT-Geräte bewusst zu werden, um verbindlich nachhaltig zu sein. Einer der wichtigsten Aspekte der „grünen“ IKT sind die Einsparungen von Energie und anderen Ressourcen wie Papier und seltenen Elementen. Bei der Herstellung von IKT-Geräten werden seltene und gefährliche Stoffe verwendet. Gefährliche Stoffe beleidigen nicht nur die Umwelt, sondern auch die Menschen, die mit der Herstellung von IKT-Geräten und deren Recycling arbeiten. All diese Dinge sind mit IKT und Informationsspeicherung verbunden, die die größten Auswirkungen auf die Umwelt haben. Wenn alle Geräte optimal genutzt werden, ist es sinnvoll, die Umweltbelastung zu verringern und möglicherweise auch Geld zu sparen. 

  • Die Bedeutung von „Grün“

„Grün“ zu sein ist heutzutage als Geschäftsstrategie von Bedeutung, was zum Teil auf das Verständnis der Verbraucher für den Umweltschutz zurückzuführen ist. Umweltmanagement ist ein Teil des strategischen Ansatzes für mehrere erfolgreiche Unternehmen, ein neues Konzept des „grünen“ Managements zu integrieren, um dieser Strategie zu entsprechen. Außerdem lohnt sich die Investition in „grüne“ Innovationen und Umweltschutz für Unternehmen aus finanzieller Sicht. „Grün“ zu sein, könnte den Wettbewerbsvorteil eines Unternehmens erhöhen sowie neue Marktchancen eröffnen und so „grüne“ Unternehmen profitabler machen.

Zugleich sind die Gefahren des sogenannten ‚Greenwashings‘ groß: „Der Fokus muss weg von der Imagebetonung hin zur Substanzbetonung“. So wird eine ernste Warnung den Unternehmen zugewiesen, die versuchen, „grün“ zu sein, aber kosmetische Maßnahmen anwenden, anstatt tatsächliche Änderungen in der Art und Weise, wie Organisationen funktionieren. Wenn Unternehmen also eine echte „grüne“ Veränderung vornehmen möchten, kann dies positiv sein für Auswirkungen auf die Gesellschaft Die Ökologisierung von Organisationen kann neue Investitionen zur Verbesserung der Umweltsituation, zur Schaffung von Arbeitsplätzen und Wohlstand bringen. Es wird davon ausgegangen, dass Investitionen in „grüne“ IKT kurzfristige wirtschaftliche Unterstützung bieten können. 

  • Vorteile von Grün

Eine große Chance, die Ökologisierung zu unterstützen, ist die Kostensenkung. Betrachtet man die „grüne“ Informationstechnologie, so wird deutlich, dass Rechenzentren und Server viel Energie für den Betrieb und die Kühlung zur Verfügung stellen. IKT-Ressourcen können nicht in vollem Umfang genutzt werden (die Auslastung liegt bei ca. 12,5 %). Diese Zahl weist auf mangelnde Effizienz im IKT-Sektor hin. Es wurde festgestellt, dass 86 % des Bedarfs durch 26 % des aktuellen Energieverbrauchs gedeckt werden können, was auf ein großes Raum für Kostenverbesserungen hindeutet. Auch ein anderer Teil der IKT kann erhebliche Einsparmöglichkeiten bei der umweltfreundlichen Nutzung bieten. Durch das Ausschalten von Druckern und anderen energieverbrauchenden Geräten, wenn sie nicht genutzt werden, können Ressourcen gespart und die Umweltbelastung reduziert werden.

Neben diesen Optionen wird anerkannt, dass der Übergang zu einer „grünen“ Wissensgesellschaft strukturelle Veränderungen erfordert, was darauf hindeutet, dass die Regierungen helfen sollten, diesen Prozess zu ermöglichen, und dass dadurch Vorteile für die Gesellschaft als Ganzes realisiert werden.

Es gibt keine konventionelle Definition von „grüner“ IKT. „Grüne“ Themen könnten aus der Perspektive eines „Problems“ (Schwerpunkt auf die Reduzierung der Emissionen) oder aus der Perspektive einer „Lösung“ (Schwerpunkt auf neue grüne Lösungen) angegangen werden. Dies spiegelt sich in der Herangehensweise an „grüne“ IKT wider. Dieser Ansatz ist in Abb. 3 dargestellt. Er umfasst zwei Segmente: Ökologisierung von IKT und Ökologisierung mit IKT.

Abbildung 3. Der Ansatz für „grüne“ IKT

Ökologisierung der IKT im engeren Sinne bezieht sich auf IKT mit geringer Umweltbelastung, aber der Einsatz von IKT als Wegbereiter reduziert die Umweltauswirkungen in der gesamten Wirtschaft außerhalb des IKT-Sektors. Green ICT, als Greening with ICT, ist ein neues Konzept und selbst die führenden Länder und Interessengruppen haben nur wenige Jahre Erfahrung. Es ist wichtig zu beachten, dass sowohl der traditionelle „Problem“-Ansatz als auch der neue „Lösungs“-Ansatz benötigt werden. Die Umweltverschmutzung muss reguliert werden und Unternehmen brauchen Anreize, um ihre Emissionen zu bekämpfen. Ebenso wichtig ist es jedoch sicherzustellen, dass die neue Generation von Lösungsanbietern die richtigen Anreize erhält.

Reduzierung von Energieverbrauch und Gasemissionen

IKT kann zur Reduzierung des Energieverbrauchs und der Gasemissionen beitragen durch:

  • Erfinden innovativer Energiesparsysteme, Technologien und „intelligenter“ Geräte unter Verwendung eines „intelligenten Energiemanagements“;
  • Anwendung von Energiesparpolitiken unter Verwendung erneuerbarer Quellen, Solarenergie und Photovoltaik, Windenergie, Biokraftstoffe, Bioklimatechnologie, Anti-Schadstoff-Technologie usw.
  • Recycling und Reduzierung von Elektroschrott wie alte IT-Systeme, Chips, PCs, Hardware, Drucker, Mobiltelefone usw.

Etwa 40 % des gesamten Energieverbrauchs entfallen auf Haushalte. Aus diesem Grund werden innovative „intelligente Häuser“ aus grünen Materialien und eine grüne Architektur mit innovativen Energiesensoren benötigt. In diesem Zusammenhang können IKT-Systeme den Stromverbrauch und den Klimatisierungsbedarf messen, steuern und reduzieren. Im letzten Jahrzehnt waren die Hersteller technischer und industrieller Produkte aufgrund der Wirtschaftskrise und des gestiegenen Umweltbewusstseins der Bevölkerung im Wesentlichen gezwungen, die Richtung ihres Energieverbrauchs zu ändern. Die Sorge der Hersteller um Energieeinsparungen wird über jedes Computergerät, vom Laptop über das Handy bis hin zum Rechenzentrum, getragen und wird voraussichtlich erfolgreich sein. Verbraucher zeigen ihre Vorliebe für intelligente Geräte, neue, weniger energieverbrauchende Technologien, erneuerbare Energiequellen und aktualisierte, effizientere Kühlsysteme mit verbesserter Energiemanagement-Software. Diese Produkte sind mit einer offiziellen Zertifizierung ausgestattet, um die Effizienzrichtlinien zu erfüllen oder zu übertreffen.

  • Wege zur Ökologisierung der IKT

Es ist möglich, IKT so einzusetzen, dass die Umweltbelastung im Vergleich zu herkömmlichen Methoden reduziert wird. Dies kann durch neue Technologien, Techniken und Strategien erreicht werden, die einen geringeren Verbrauch von Energie und Ressourcen ermöglichen. Ein wichtiger Teil der IKT-Arbeit besteht darin, Informationen zu speichern. Der Speicherbedarf nimmt aufgrund der zunehmenden Internetnutzung, neuer Gesetze und Vorschriften, der Anordnung der Regeln für die Aufbewahrung der Informationen und wissenschaftlicher Berechnungen schnell zu. Der letzte Teil der gespeicherten Informationen wird in Rechenzentren gesammelt. Diese Rechenzentren verbrauchen genug Energie, um die positiven Auswirkungen der IKT auf die Gesellschaft teilweise zu verschieben, für die behauptet wird, dass „ein Bruchteil der Energieeinsparungen bei IKT und Netzwerken zu erheblichen finanziellen und CO2-Einsparungen führen könnte“.

In den letzten Jahren ist das Bewusstsein für die Auswirkungen moderner Gesellschaften auf die Umwelt tendenziell gestiegen. Viele umweltrelevante Faktoren wie Energieverbrauch oder Elektroschrott werden durch den Einsatz von IKT verursacht, aber gleichzeitig könnte diese Technologie auch einige andere Umweltprobleme lösen. Der Doppelnatur des Themas wird mit der Erstellung des Green Computing-Konzepts aus einer integrativen Perspektive begegnet. Es wurde 1992 von der US-amerikanischen Umweltschutzbehörde eingeführt und startete das „Energy Star“-Programm. Am Anfang wurde es auf verschiedenen Produkten wie Computermonitoren, Fernsehgeräten und Klimaanlagen durchgesetzt. Das erste bekannte Ergebnis von Green Computing war die Schlafmodus-Option von Computermonitoren, die wenig Energie verbrauchen, falls die Benutzeraktivität nach einer bestimmten Zeit ausbleibt. Heute vereint Green Computing viele andere Konzepte wie die Bestätigung von Computerhardware, Virtualisierungssoftware, Cloud Computing oder die Steigerung der Energieeffizienz von Rechenzentren. Green Computing umfasst Technologien, die sowohl zur Verringerung der Umweltauswirkungen von IKT („Green IT“ – Ökologisierung der IKT) als auch zur Anwendung von Informationssystemen (IS) zur Verringerung der Umweltauswirkungen von IKT-Verbrauchsmaterialien („Green IS“ – Ökologisierung durch IKT) beitragen können. Diese integrative Vision kombiniert zwei sich ergänzende Ansätze, die in Abb. 4 dargestellt sind; sie steigern die Energieeffizienz von Rechenzentren. Green Computing umfasst Technologien, die sowohl zur Verringerung der Umweltauswirkungen von IKT („Green IT“ – Ökologisierung der IKT) als auch zur Anwendung von Informationssystemen (IS) zur Verringerung der Umweltauswirkungen von IKT-Verbrauchsmaterialien („Green IS“ – Ökologisierung durch IKT) beitragen können. Diese integrative Vision kombiniert zwei sich ergänzende Ansätze, die in Abb. 4 dargestellt sind. Sie steigern die Energieeffizienz von Rechenzentren. Green Computing umfasst Technologien, die sowohl zur Verringerung der Umweltauswirkungen von IKT („Green IT“ – Ökologisierung der IKT) als auch zur Anwendung von Informationssystemen (IS) zur Verringerung der Umweltauswirkungen von IKT-Verbrauchsmaterialien („Green IS“ – Ökologisierung durch IKT) beitragen können. Diese integrative Vision kombiniert zwei sich ergänzende Ansätze, die in Abb. 4 dargestellt sind.

Abbildung 4. Die integrative Vision für Green Computing

Die praktische Umsetzung von Green IT und Green IS lässt sich durch die folgenden konzeptionellen Wertemodelle verdeutlichen.

Green IT: Wertmodell

Das Green-IT-Wertemodell kann dabei helfen, das Ziel der ökologischen Nachhaltigkeit zu erreichen. Dieses konzeptionelle Modell basiert auf vier Elementen, wie in Abb. 5 gezeigt.

Abbildung 5. Das Green-IT-Wertemodell

Grünes IS-Wert-Modell

Das Green IS-Wertemodell ist wichtig für die Akzeptanz von Green IS und seine Auswirkungen auf die Umweltdurchsetzung des Unternehmens. Während Unternehmen unter ständiger Spannung von verschiedenen Aufsichtsbehörden, Kunden und Wettbewerbern stehen, sind einige von ihnen bereit, Effizienz und Effektivität aus Umweltgründen zu streichen. Green IS-Investitionen zur Erfüllung nachhaltiger Geschäftserfahrungen sollen Umsatz und/oder Einkommen steigern.

Die Einführung von Green IS durch Mitarbeiter (Führungskräfte) eines Unternehmens wird untersucht und durch ein Modell erklärt, das die Wahrnehmung anhand von drei grundlegenden Faktoren beschreibt. Bei der Einführung von IS müssen drei Arten von strategischen Initiativen berücksichtigt werden. Alle sind in Abb. 6 dargestellt.

Abbildung 6. Das grüne IS-Wert-Modell

Dieses Modell könnte durch eine Strategie zur Anwendung verschiedener Technologien und Techniken, wie Video- und Telekonferenzen, Emissionsmanagementsysteme usw., in die Tat umgesetzt werden.

Es kann ein Rahmen für das Management und die Anwendung von Green IT und Green IS geschaffen werden, der eine Vielzahl von Technologien umfasst, die Möglichkeiten zur Verringerung der negativen Umweltauswirkungen bei Aktivitäten von Herstellern und Verbrauchern bieten, die IKT verwenden. Zu diesen grünen Technologien gehören die folgenden.

Cloud Computing

Viele Unternehmen wenden ein neues Computing-Paradigma an – Cloud Computing, um die Nutzung zu optimieren und die Kosten ihrer Computerserver zu minimieren. Auf diese Weise entfallen bisherige Kosten für den Aufbau der IT-Infrastrukturen. Cloud Computing ermöglicht die Verknüpfung gemeinsamer Infrastrukturen und das Ausbalancieren von IT-Ressourcen für Rechenaufgaben in Echtzeit bei gleichzeitiger Reduzierung der Gasemissionen und Aufrechterhaltung des Serviceniveaus. Cloud Computing basiert auf der gemeinsamen Nutzung von Hardware- und Softwareressourcen, die von mehreren Benutzern gemeinsam genutzt und je nach Bedarf dynamisch neu zugewiesen werden. Diese „grüne“ Technologie macht es einem Unternehmen letztendlich überflüssig, ein Rechenzentrum vor Ort zu haben, was sich positiv auf die natürliche Umwelt und ihre Ressourcen auswirkt. Bis heute bieten viele Anbieter auf Green IS ausgerichtete Cloud-Dienste an und verzeichnen erhebliche finanzielle Wachstumsraten pro Jahr.

Computer-Energieverwaltung

Um beim Rechnen Energie zu sparen, ist es üblich, das Gerät auszuschalten, falls es nicht in Betrieb ist. Es gibt einen sogenannten offenen Industriestandard „Advanced Configuration and Power Interface“ (ACPI 2), der eine fortgeschrittene Green-IT-Praxis repräsentiert. Es ermöglicht eine direkte Leistungssteuerung des Computerbetriebssystems und der zugrunde liegenden Hardware. Dieser Standard schließt automatisch Komponenten wie Monitore und Festplatten aus, wenn die Geräte inaktiv sind. Das Computer-Energiespargerät umfasst verschiedene Energiesparmodi des Monitors, der Festplatte, des System-Standbys und des Ruhezustands sowie verschiedene CPU-Energiezustände.

Rechenzentrumsdesign

Rechenzentren verbrauchen einen großen Prozentsatz an Energie, mehr als 100-mal so viel wie herkömmliche Gewerbegebäude. Somit hat die effiziente Energierecycling-Gestaltung von Rechenzentren, wie die Wiederverwendung von Abwärme, einen erheblichen positiven Einfluss auf die Energiesicherheit und kann in folgenden Bereichen eingesetzt werden:

  • IT-Systeme: Erhöhung der Hardwarenutzung (durch Virtualisierung, siehe unten); Computer-Energiesparmodi zulassen; energieeffiziente Werkzeuge kaufen (z. B. Computernetzteile, Computerprozessoren, Solid-State-Speichergeräte, Terminalserver);
  • Hauptstromsysteme: Energiemanagementteile (Hardware- und Softwaregeräte zur Optimierung von Arbeit und Leistung); Steigerung der Nutzung erneuerbarer Energien; Nutzung von natürlichem Licht anstelle von Strom;
  • Kühlsysteme;

IT-Virtualisierung

Das esVirtualisierung bezeichnet die Trennung von IT-Ressourcen durch Servervirtualisierung und Speichervirtualisierung. Die Servervirtualisierung bedeutet den Betrieb vieler logischer Computersysteme auf einer physischen Hardware, und die Speichervirtualisierung bedeutet die Summierung des physischen Speichers aus vielen Netzwerkspeicherwerkzeugen, auf denen ein einzelnes Speichergerät platziert werden soll, das von einer zentralen Konsole aus verwaltet wird. Die IT-Virtualisierung senkt die Kosten für Hardware, verringert den Energieverbrauch und den physischen Platzbedarf. Gleichzeitig verfeinert es das Testen und Verbreiten von Software und erhöht die Vielseitigkeit von Hardware-Investitionen. Außerdem kann es bei der Arbeitsteilung helfen: Die Server sind entweder beschäftigt oder in einen Energiesparmodus versetzt. Daher ist Virtualisierung einer der Hauptansätze für Unternehmen, um ökologische Nachhaltigkeit in IT-Praktiken und Unternehmen zu implementieren.

Materialrecycling und Elektroschrott

Durch die Erforschung des richtigen Recyclings von IT-Techniken wird Elektroschrott reduziert und schädliche Elemente wie Blei, Quecksilber und Cadmium aus der natürlichen Umwelt entfernt. Dann können sie wiederverwendet werden und die De-novo-Produktion kann entfallen. Der Prozess des Materialrecyclings ist für fast jedes Computergerät und Zubehör wie Festplatten, Druckerpatronen und Batterien durchführbar. Auf diese Weise können Personen und Unternehmen die Lebensdauer von IT-Geräten verlängern, indem sie die Tools aktualisieren, anstatt sie nur zu ändern.

Smart Grid und Smart Matters

Die Smart Grid-Technologie umfasst Hard- und Software, die eine effektivere Nutzung der tatsächlichen Infrastrukturen für die Stromerzeugung, -übertragung und -verteilung gewährleistet. Dies ist eine aktualisierte Version des Stromliefersystems, das automatisch auf Informationsflüsse reagiert. Die Aufgabe besteht darin, die Effizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit der Stromerzeugung und -verteilung durch Lastausgleich und Spitzenlastmanagement zu verbessern. Geräte im Netzwerk verfügen über Sensoren zum Sammeln von Daten (Leistungsmesser, Spannungssensoren, Fehlerdetektoren usw.). Ein solches Gerät ist der Smart Meter, der die digitale Kommunikation zwischen Geräten nutzt, die an das Stromnetz angeschlossen sind. Die gesammelten Daten beziehen sich auf die Energieerzeugung und das Verbrauchsverhalten von Lieferanten und Verbrauchern. In diesem Sinne hilft der Informationsaustausch in Echtzeit zwischen Erzeugern und Verbrauchern, den Energiebedarf besser zu steuern und den Bedarf an Energieüberschüssen in Spitzenzeiten zu reduzieren. Tools im Netzwerk verfügen über Sensoren zum Sammeln von Daten (Leistungsmesser, Spannungssensoren, Fehlerdetektoren usw.). Sie lesen den Energieverbrauch (Strom, Gas etc.) in definierten Zeiträumen aus und senden täglich Daten zB zur Überwachung und Kostenschätzung an die Stadtwerke zurück. Es kann auch verwendet werden, um Informationen über den Energieverbrauch bereitzustellen und den Verbrauchern Energiepreise in Echtzeit festzulegen. Ein wesentliches Merkmal ist die Automatisierungstechnik, die es dem Stadtwerk ermöglicht, jedes Gerät von einer zentralen Stelle aus einzustellen und zu steuern. Zu den Vorteilen gehören der Umgang mit alternativen Stromquellen (z. B. Solar- und Windkraft), intelligente Steuerung für umweltfreundliche Gebäude

Die ICT-Trends der Zukunft: von grün zu weise

Innerhalb der ICT-Branche gibt es zwei Hauptsegmente:

  • Telekommunikationsinfrastruktur, dh Telekommunikationsnetze bestehend aus Basisstationen und Zugangspunkten, die Konnektivität zu Geräten bereitstellen (menschenzentriert oder maschinenzentriert);
  • Mobilgeräte/Endgeräte, die durch die Verbindung mit der Infrastruktur (z. B. Mobiltelefone, Tablets, Sensoren, Aktoren, Fahrzeuge, Drohnen usw.) kommuniziert werden.

In Zukunft werden Milliarden von Geräten/Endgeräten mit Millionen von Basisstationen verbunden sein. Obwohl beide Segmente (Netzinfrastruktur sowie Geräte/Endgeräte) von erneuerbaren Energien profitieren würden, ist die Rolle der erneuerbaren Energien im Netzsegment aus folgenden Gründen wesentlich größer:

  • Der Energieverbrauch von Basisstationen (Telekom-Infrastruktur) ist viel höher als der Energieverbrauch von Geräten/Endgeräten;
  • Eine globale Netzabdeckung ist wichtig, um die angestrebte vernetzte Gesellschaft und das Internet der Dinge zu verwirklichen;
  • Basisstationen haben eine größere Größe und sind teuer. Es ist erschwinglich, in jede Basisstation ein erneuerbares Energiesystem zu integrieren.
  • Basisstationen benötigen eine zuverlässige und kontinuierliche Stromversorgung im Gegensatz zu Geräten (z. B. Mobiltelefonen), die geladen werden können, wenn Strom verfügbar ist.

Um die zukünftigen grünen IKT-Trends zu verstehen, ist es wichtig, nicht nur die Geschichte von Grün, sondern auch die Geschichte der IKT zu verstehen. In den letzten 20-30 Jahren wurde die ICT-Infrastruktur aufgebaut, die Leistung und Dichte wird sich weiter verbessern und erhöhen. Nun ist jedoch ein Wendepunkt erreicht. Die aktuelle Schwelle entspricht dem Wendepunkt, den alle Industrieepochen erlebt haben. Während der Installationsphase werden neue Lösungen eingesetzt, um die Effizienz im alten System zu steigern, während der Bereitstellungsphase erreicht das neue System die Reife und ermöglicht es, völlig neue Lösungen zu liefern. Anfangs fand die Transformation in den „Informationssektoren“ statt, z. B. im Musik-, Video- oder Buchsektor usw., und jetzt sehen wir die ersten Anzeichen einer gravierenden Veränderung in den „schweren Sektoren“, wie Auto und Mobilität ,

Der Wechsel von der Verbesserung bestehender Systeme hin zur Bereitstellung neuer Lösungen wird durch zwei Trends der IKT-Entwicklung und „grüner“ IKT unterstützt, die es zu verstehen gilt.

  • (1) Die IKT-Unternehmen sind heute einflussreiche Wirtschaftsakteure. Zum ersten Mal in der Geschichte war ein ICT-Unternehmen – Apple – das größte Unternehmen in den USA. Apple hat Exxon Mobile überholt und damit demonstriert, dass IKT-Unternehmen von der Politik nicht länger ignoriert werden können.
  • (2) Die ICT-Unternehmen sind jetzt Teil eines allgegenwärtigen Netzwerks, das fast jeden und fast alles auf dem Planeten verbindet. Heutzutage sind mehr Menschen miteinander verbunden als zu jeder anderen Zeit der Menschheitsgeschichte. Bis 2020 gibt es etwa 50 Milliarden vernetzte Geräte, und die Gesellschaft erhält Zugang zu Daten und erlebt Transparenz, die sich grundlegend von dem unterscheidet, was jede Gesellschaft je zuvor erlebt hat.

Eine der größten Herausforderungen besteht darin, dass die neuen „grünen“ IKT-Lösungen in einem regulatorischen Umfeld konkurrieren müssen, das Vorschriften umfasst, die für die Industriestruktur des 19. Jahrhunderts geschaffen wurden. Sie muss sich auch mit den Veranlagungen von Menschen auseinandersetzen, die mit der schnellen Entwicklung von IKT-Lösungen nicht vertraut sind. Tatsächlich ist die aktuelle technologische Entwicklung so schnell, dass Gesellschaftsmitglieder jeder Art – von Politikern über Wirtschaftsführer bis hin zu Wirtschaftsexperten – miterleben, wie der gesamte Prozess – von der Idee bis zur vollständigen Umsetzung – nur wenige Jahrzehnte abläuft. Zur Klärung der Situation müssen die Phasen einer langfristig disruptiven Lösung untersucht werden. Am Anfang löst etwas eine Idee aus, die sich verbreitet, zB die ersten Personal Computer. Daraus entstanden weitere Ideen, wie papierlose Büros, virtuelle Meetings etc. All diese Aktivitäten begeisterten die Menschen. Nach einiger Zeit wurden funktionierende Prototypen eingeführt und viele Unternehmen investierten in sehr teure Prototypen von Videokonferenzgeräten. Die Technologie war zu neu und es wurde kein tragfähiges Geschäftsmodell verwendet, stattdessen wurden diese Prototypen von den Unternehmen selbst gekauft und verwaltet. Nach und nach waren viele Entscheidungsträger von der Idee der IKT als disruptive Kraft in verschiedenen Bereichen so begeistert, dass sie schließlich dachten, es würde nie passieren.

Ein Trend besteht heute darin, dass politische Entscheidungsträger keine signifikanten Veränderungen berücksichtigen, die durch „grüne“ IKT vorgenommen werden. Viele planen nach wie vor Investitionen in neue Kohlekraftwerke, weil sie das gleiche Wirtschaftsmodell wie bisher verwenden. Siemens Deutschland hat beispielsweise angekündigt, ein 25-Prozent-Ziel für erneuerbare Energien zu unterstützen und sein Kernenergiegeschäft einzustellen.

Schlussfolgerungen

Die Entwicklungsgeschichte der IKT zeigt, dass die Gesellschaft heute an einem Wendepunkt steht, an dem sich IKT-Lösungen in Richtung Schaffung neuer Lösungen bewegen, anstatt alte Systeme besser zu machen. Bei der IKT-Entwicklung lassen sich zwei wichtige Trends aufzeigen:

  • (1) Die Tatsache, dass IKT-Unternehmen heute wirtschaftlich stark sind und als Quelle für wirtschaftliches und politisches Kapital dienen.
  • (2) IKT-Lösungen und Unternehmen sind mittlerweile so zahlreich vorhanden, dass neue Cluster von Lösungsanbietern entstehen können. Es ist wichtig zu verstehen, was ICT-Lösungen tatsächlich leisten können.

‚Grün‘ICT umfasst den Einsatz von ICT-Lösungen zur Unterstützung intelligenten Wachstums. Um „grüne“ IKT zu beobachten, sollte daher der Kontext der aktuellen „grünen“ IKT-Trends erfasst werden. Während „Grün“ bis ins 21. Jahrhundert als Naturschutz oder Umweltschutz verstanden wurde, vollzog sich Anfang der 2000er Jahre ein deutlicher Wandel. Der Fokus verlagerte sich von einer Problemperspektive (Umweltschutz) hin zu einer Lösungsperspektive und eine neue Generation von Unternehmensführern sah die Chance, die Notwendigkeit von Ressourceneffizienz und dem Verkauf neuer Produkte und Dienstleistungen zu verknüpfen.

In der IKT-Entwicklung ist eine Parallelverschiebung zu beobachten. Es geht von der Verbesserung bestehender Systeme hin zu neuen Lösungen. Neue ICT-Lösungen wurden geschaffen, um Energieeffizienz und „grünes“ Wachstum zu unterstützen. Eines der beliebtesten Beispiele für IKT-getriebene Lösungen sind E-Books, Smart Grids, Elektroautos, Online-Meetings usw.

Es ist positiv, dass viele Bürger das Konzept des menschengemachten Klimawandels und der Ressourcenerschöpfung erkannt haben. Sie erwägen auch die zwingende Notwendigkeit, in dieser Angelegenheit tätig zu werden. Dieses Verständnis hat viele Menschen dazu veranlasst, ihren persönlichen Lebensstil zu ändern. Der Trend „grünes Leben“ umfasst viele Aspekte wie grünes Bauen, erneuerbare Energien, Energiesparen zu Hause, den erweiterten Einsatz umweltfreundlicher Produkte, einen Recyclingansatz. Hinzu kommen die sogenannten Nachhaltigkeitschecklisten, die Haushalten helfen sollen, ihre Nachhaltigkeit zu beurteilen und Vorschläge zur Steigerung der Nachhaltigkeit des Wohnens zu machen. Darüber hinaus kann der clevere Einsatz von E-Services ein Werkzeug für weniger Energieverbrauch im Alltag und bei der Arbeit sein. Zum Beispiel ist dies der Fall bei der Verwendung von Papier – die heutige Korrespondenz wird durch digitale Formate über das Internet und Smart Devices ersetzt. Die Produktion und der Vertrieb neuer Produkte und Dienstleistungen zeigen die Tendenz zur Minimierung des Energiebedarfs, geschätzt anhand des CO2-Fußabdrucks. Ein weiteres Beispiel ist die Substitution traditioneller Konferenzen durch Online-Konferenzen, die sich durch reduzierte Transportleistungen direkt positiv auf den Umweltschutz und die Reduzierung der Treibhausgasemissionen auswirken. Es wird berichtet, dass durch Telefonkonferenzen die Produktion von ca. 540.000 t CO2 pro Jahr vermieden werden kann; Dies sind die Kosten für den Lufttransport von Personen. nach CO2-Fußabdruck geschätzt.

Die Nutzung „grüner“ IKT-Tools und -Dienste über Breitband/5G-Internet trägt zum Umweltschutz und zum gesellschaftlichen Wohlergehen bei, da Kosten und Zeit für den Zugang zu Regierungsstellen (24/7-Dienste), Energieeinsparungen (kein Transport) und Beschränkungen von Schadstoffemission (CO2-Fußabdruck). Auch im Bereich E-Commerce und E-Business kommen neue innovative Geschäftslösungen entweder für den Unternehmer oder den Endkunden an.

Test: LO4 Basisniveau

Verweise

Wissenschaftliche Open-Access-Ressourcen: digitale Datenbanken

Basisniveau

Ein Open Access oder OA ist eine Reihe von Prinzipien und eine Reihe von Praktiken, durch dieForschungAusgaben werden online, kostenlos oder andere Zugangsbarrieren verteilt.

Inhalt

 

Open Access wissenschaftliche Ressourcen

Eine Einführung in « Open Access » Ressourcen

Ein Open Access oder OA ist eine Reihe von Prinzipien und eine Reihe von Praktiken, durch dieForschungAusgaben werden online, kostenlos oder andere Zugangsbarrieren verteilt. Mit strikt definiertem Open Access (gemäß der Definition von 2001) oder libre Open Access werden auch Hindernisse für das Kopieren oder die Wiederverwendung durch die Anwendung einer offenen Lizenz für das Urheberrecht reduziert oder beseitigt.

Das Hauptaugenmerk der Open-Access-Bewegung liegt auf „peer-reviewed research Literatur“. Historisch gesehen hat sich dies hauptsächlich auf gedruckte wissenschaftliche Zeitschriften konzentriert. Während konventionelle (non-open access) Zeitschriften die Publikationskosten durch Zugangsgebühren wie Abonnements, Site-Lizenzen oder Pay-per-View-Gebühren decken, zeichnen sich Open-Access-Zeitschriften durch Finanzierungsmodelle aus, bei denen der Leser für die Lektüre nicht bezahlen muss Inhalt der Zeitschrift. Open Access kann auf alle Formen von veröffentlichten Forschungsergebnissen angewendet werden, einschließlich peer-reviewed und non-peer-reviewed wissenschaftliche Zeitschriftenartikel, Konferenzbeiträge, Abschlussarbeiten, Buchkapitel, Monographien und Bilder.

Bei der Definition des „freien“ Zugangs muss jedoch zwischen „gratis“ und „libre“ unterschieden werden.

Um die realen Unterschiede im Grad des Open Access widerzuspiegeln, wurde 2006 von Peter Suber und Stevan Harnad, zwei der Mitverfasser der ursprünglichen Budapest Open Access Initiative ( BOAI) Definition des Open-Access-Publizierens. Gratis Open Access bezieht sich auf den kostenlosen Online-Zugang und libre Open Access bezieht sich auf den kostenlosen Online-Zugang zuzüglich einiger zusätzlicher Weiterverwendungsrechte. Libre Open Access entspricht der Definition von Open Access in der BOAI, der Bethesda-Erklärung zum Open-Access-Publizieren und der Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities. Die Weiterverwendungsrechte von libre OA werden oft durch verschiedene spezifische Creative Commons-Lizenzen festgelegt; diese erfordern fast alle die Zuschreibung der Autorenschaft an die ursprünglichen Autoren.

Das im Februar 2002 von der BOAI veröffentlichte Dokument enthält die folgende sehr verbreitete Definition:

  • Mit „offenem Zugang“ zu dieser Literatur meinen wir ihre freie Verfügbarkeit im öffentlichen Internet, die es allen Benutzern ermöglicht, die Volltexte dieser Artikel zu lesen, herunterzuladen, zu kopieren, zu verteilen, zu drucken, zu durchsuchen oder zu verlinken, sie zur Indexierung zu durchsuchen, als Daten an Software weiterzugeben oder für andere rechtmäßige Zwecke zu verwenden, ohne andere finanzielle, rechtliche oder technische Hindernisse als die, die mit dem Zugang zum Internet selbst untrennbar verbunden sind. Die einzige Einschränkung bei der Vervielfältigung und Verbreitung und die einzige Rolle des Urheberrechts in diesem Bereich sollte darin bestehen, den Autoren die Kontrolle über die Integrität ihrer Werke und das Recht auf ordnungsgemäße Anerkennung und Zitierung zu geben.

Angesichts der obigen Informationen muss die Nutzung wissenschaftlicher Open-Source-Ressourcen den allgemein verabschiedeten Regeln folgen. Bei der Veröffentlichung von wissenschaftlichen Open-Source-Ressourcen muss auch deutlich angegeben werden, ob sie frei oder kostenlos sind und dem ursprünglichen Autor zugeschrieben werden.

Eine Einführung in die Daten (Grundstufe)

Was sind „Daten“

Laut dem Merriam-Webster-Wörterbuch gibt es drei verschiedene Definitionen von Daten:

  1. Sachinformationen, wie Messungen oder Statistiken, die als Grundlage für Argumente, Diskussionen oder Berechnungen dienen
  2. Informationen in digitaler Form, die übermittelt oder verarbeitet werden können
  3. Informationsausgabe eines Sensors oder Organs, die sowohl nützliche als auch irrelevante oderredundantInformationen und müssen sinnvoll verarbeitet werden

In diesem Dokument werden wir die meisten der drei Definitionen behandeln.

In diesem Dokument werden wir die meisten der drei Definitionen behandeln.

Seit der Mensch zu kommunizieren begann, hat er die Notwendigkeit erfahren, Informationen langfristig zu speichern. Das Aufbewahren von Informationen war für unsere Vorfahren notwendig, um ihr Überleben zu sichern. Die Weitergabe von Informationen über Generationen hinweg ermöglichte es ihnen, potenzielle Gefahren im Auge zu behalten, aber auch eine Bestandsaufnahme der besten Orte zum Sammeln von Nahrung, der besten Angelplätze, der interessantesten Tiere zum Jagen und der besten Unterstände zu machen. Alle diese Informationen wurden mündlich übermittelt. Mit der Evolution des Wissens und der Erfindung der Schrift begannen sie, Informationen auf unauslöschlichen Medien zu speichern.

Ohne auf die Entwicklung der Informationsdarstellung einzugehen, werden einige bedeutende Beispiele gegeben, die bei der Strukturierung des Denkens geholfen haben, die zur Entdeckung der Computerwerkzeuge führten, die wir täglich verwenden.

Daten vor der Erfindung des Computers

Als menschliche Gesellschaften entstanden, wurden die kollektiven Motivationen für die Entwicklung des Schreibens von pragmatischen Erfordernissen angetrieben. Dazu gehören die Organisation und Führung von Gesellschaften durch die Bildung von Rechtssystemen, Verträgen, Eigentumsurkunden, Steuern, Handelsabkommen, Verträgen, Volkszählungen, Geschichtsschreibung, Kulturpflege, Verfolgung wissenschaftlicher Entdeckungen, Kodifizierung von Wissen durch Lehrpläne und Listen von Texten, die künstlerisch außergewöhnlich sind oder grundlegendes Wissen enthalten, und viele andere Bedürfnisse.

Figur 1: Keilschrift

Zum Beispiel um das 4. Jahrtausend v. Chr. wuchs die Komplexität von Handel und Verwaltung in Mesopotamien über das menschliche Gedächtnis hinaus, und das Schreiben wurde zu einer zuverlässigeren Methode, um Transaktionen in dauerhafter Form aufzuzeichnen und darzustellen.

Keilschrift war eines der frühesten Schriftsysteme, das von Sumerern im alten Mesopotamien erfunden wurde. Es zeichnet sich durch seine keilförmigen Markierungen auf Tontafeln aus, die mit einem stumpfen Rohrblatt für einen Griffel hergestellt wurden, wie in Abb. 1 gezeigt.

Im Laufe der Zeit ist die Entwicklung von Wissen, die Vervielfältigung von Informationen, die Einschränkung des menschlichen Gedächtnisses, die Notwendigkeit, riesige Mengen von Informationen aufzuschreiben und zu dokumentieren, unabdingbar geworden. Trotz der Aufzeichnung von fast jeder Art von Informationen oder Daten auf verschiedenen Medien wurde es jedoch immer komplexer, diese auf einfache Weise abzurufen. Man musste Dutzende von Berichten und Büchern lesen, um zu einem Thema zusammenzufassen.

Daten in der Moderne

Die Menge der jährlich produzierten und digital vorgehaltenen Daten, z. B. To-Do-Listen, Rezepte, Erinnerungen, Logbücher, Karten, Fotos, E-Mails, wissenschaftliche Daten, politische Berichte, Videos etc. ist heute so exponentiell, dass sie die Notwendigkeit, die Art und Weise zu strukturieren, wie wir diese phänomenalen Größen abrufen können.

Computer gewannen an Popularität und wurden in den frühen 80er Jahren für Einzelpersonen und private Unternehmen kostengünstig. Die 60er Jahre können jedoch als die neue Ära im Bereich der Datenbanken betrachtet werden. Die Einführung des Begriffs „Datenbank“ fiel mit der Verfügbarkeit von Direktzugriffsspeichern oder DAS ab Mitte der 60er Jahre zusammen. Diese neue Technologie stellte einen Kontrast zu den früheren Lochkarten und den bandbasierten Systemen dar und ermöglichte eine gemeinsame interaktive Nutzung anstelle einer täglichen Stapelverarbeitung. Es wurden zwei Hauptdatenmodelle entwickelt – das Netzwerkmodell „CODASYL“ (Conference on Data System Language) und das hierarchische Modell „IMS“ (Information Management System).

Die erste Generation von Datenbanksystemen war „navigationsfähig, im Gegensatz zum sequentiellen Zugriff aufgrund der bisherigen Technologien zur Datenspeicherung, also Bänder und Lochkarten. Anwendungen greifen normalerweise auf Daten zu, indem sie Zeigern von einem Datensatz zum anderen folgen. Die Speicherdetails hängen von der Art der zu speichernden Daten ab.

Das Hinzufügen eines zusätzlichen Felds zu einer Datenbank erforderte das Umschreiben des zugrunde liegenden Zugriffs-/Modifikationsschemas. Der Schwerpunkt lag auf zu verarbeitenden Datensätzen, nicht auf der Gesamtstruktur des Systems. Ein Benutzer müsste die physische Struktur der Datenbank kennen, um Informationen abzufragen. Eine Datenbank, die sich als kommerzieller Erfolg erwies, war das System „SABRE“, das von IBM verwendet wurde, um American Airlines bei der Verwaltung ihrer Reservierungsdaten zu unterstützen. Dieses System wird immer noch von den großen Reiseanbietern für ihre Reservierungssysteme verwendet.

In der modernen Informationstechnologie gab es unter den Benutzern schon immer Verwirrung zwischen Datenbanken und Internet-Websuchmaschinen, auf die über Browser zugegriffen wird. Eine Datenbank enthält normalerweise strukturierte Daten, im Gegensatz zum World Wide Web (www), das normalerweise unstrukturierte Daten enthält. Auch wenn das Abrufen von Informationen aus Datenbanken und „www“ nahtlos verläuft und ähnlich aussieht, sind der Inhalt und die Art und Weise, wie Anfragen bearbeitet werden, völlig unterschiedlich. Strukturierte und unstrukturierte Daten werden später in diesem Dokument erläutert.

Grundwortschatz verstehen

Terminologie

Wie jede andere Wissenschaft hat auch die Informatik ihre eigene Sprache. Um die Informationen, die in diesem Dokument bereitgestellt werden, vollständig zu verstehen, ist es wichtig, sich mit dem Wortschatz zu diesem Thema vertraut zu machen.

Außerdem wird die Kommunikation mit einem DBA (Datenbankadministrator) erleichtert. Wenn ein Biochemiker seine Bedürfnisse in Bezug auf die Strukturierung oder Verwaltung von Daten in einer Datenbank äußern muss, wird er versucht sein, seine eigene Fachsprache zu verwenden. Dann muss der DBA die Anfrage verstehen und in eine für Biochemiker verständliche Computersprache umwandeln.

Was sind „Daten“ im Computerzeitalter

Abbildung 2: Ein Bit kann 0 oder 1 sein

Wie in Abschnitt 2.1 erwähnt, können Daten je nach Domain, auf die verwiesen wird, unterschiedliche Bedeutungen haben. Im Fall von Computern und Datenbanken werden Daten als eine beliebige Folge von einem oder mehreren Symbolen definiert. Daten bedürfen der Interpretation, um zu Informationen zu werden. In der Informationstechnik ist das „Bit“ die kleinste Datenmenge. Ein Bit ist binär. Binärzahlen sind eine Darstellung von Zahlen mit nur zwei Ziffern, 0 und 1 (Abb. 2). Es ist ein Zahlensystem zur Basis 2, dh:

  • 0 0 0 1 = Zahlenwert 20
  • 0 0 1 0 = Zahlenwert 21
  • 0 1 0 0 = Zahlenwert 22
  • 1 0 0 0 = Zahlenwert 23

Tisch 1

Eine Folge von „Bits“ bildet ein „Byte“. Bytes bestehen wie im obigen Beispiel aus einem Vielfachen von 4 Bit (ein Byte von 4 Bit wird als Nibble bezeichnet). Heute ist das Byte eine digitale Informationseinheit, die am häufigsten aus acht Bits besteht. Historisch gesehen war das Byte die Anzahl der Bits, die verwendet wurden, um ein einzelnes Textzeichen in einem Computer zu codieren. Bei einem Byte von acht Bit ist die maximale Dezimalzahl256. Historisch gesehen ist das Byte auch die Einheit von Computerinformationen oder Datenspeicherkapazität, die verwendet wird, um die Datenmenge zu messen (Tabelle 1).

Tisch 2: ASCII Tisch

Ein Anwendungsbeispiel ist die ASCII-Zeichentabelle (American Standard Code for Information Interchange), die üblicherweise für alphabetische Zeichen verwendet wird (Tabelle 2). Die ersten 32 Zeichen werden als Steuerzeichen bezeichnet. Ursprünglich waren sie nicht darauf ausgelegt, druckbare Informationen darzustellen, sondern um Geräte zu steuern, die ASCII-Code verwenden, wie Drucker, oder um Metainformationen über Datenströme bereitzustellen, die beispielsweise auf Magnetbändern gespeichert sind.

Was sind „Metadaten“

Abbildung 3: Aufnahme in Griechenland

Metadaten oder vereinfacht gesagt Metainformationen werden verwendet, um auf die Daten über die Daten zu verweisen. Daten zu haben reicht nicht aus, um sie einfach online zu stellen. Daten sind erst dann nutzbar, wenn sie auf eine Weise erklärt werden können, die sowohl von Menschen als auch von Computern verarbeitet werden kann.

Metadaten können impliziert, spezifiziert oder angegeben werden. Es enthält Daten zu physikalischen Ereignissen oder Prozessen und wird auch eine zeitliche Komponente haben. In fast allen Fällen ist diese zeitliche Komponente impliziert. Es mag etwas schwierig zu verstehen sein, aber das folgende Beispiel bietet eine klarere Erklärung dieses Begriffs.

Figur 4:
Metadaten des Bildes

Stellen Sie sich vor, Sie reisen mit Ihrem Lieblings-Smartphone auf einer paradiesischen Insel. Sie fangen an, Fotos zu machen (Abb. 3), um Ihre Reise schön festzuhalten. Eine Woche später ist Ihre Reise zu Ende und Sie müssen wieder nach Hause.

Zu Hause laden Sie Ihre besten Freunde zu einer Party ein und möchten mit ihnen die Schönheiten teilen, die Sie auf Ihrer Reise gesehen haben. Sie fangen an, die Bilder zu zeigen, können sich aber nicht erinnern, an welchem ​​Tag, zu welcher Uhrzeit und wo einige von ihnen aufgenommen wurden. Hier können die Metadaten der Bilder helfen. In wenigen Worten ist es die Beschreibung der Daten. In diesem Beispiel sind das Bild die Daten und die Beschreibung des Bildes die Metadaten (Abb. 4).

In der Biotechnologie muss man verstehen, dass Metadaten weitaus wichtiger sind als Daten. Es ist sehr einfach zu verstehen, warum Metadaten eine entscheidende Komponente sind, die direkt mit Daten verbunden ist. Stellen Sie sich ein Experiment vor, das zu einem bestimmten Ergebnis führt. Dieses Experiment muss, um gültig zu sein, dokumentiert werden. Diese Dokumentation sollte alle Bedingungen enthalten, unter denen das Experiment durchgeführt wurde. Dies kann die Beschreibung der Art des verwendeten Rohmaterials, seiner Quelle, unter welchen Bedingungen es gesammelt wurde, der Art der Maschinen zur Verarbeitung des Experiments, Temperatur, Datum, Uhrzeit usw. umfassen. Damit das Ergebnis dieses Experiments vergleichbar ist mit anderen Ergebnissen ähnlicher Experimente müssen alle Bedingungen ähnlich sein. Rohdaten ohne Metadaten sind nutzlos.

Die größte Herausforderung in der Biotechnologie und jeder anderen Wissenschaft besteht darin, Metadaten zu standardisieren. In den meisten Biotech-Datenbanken wird dies nicht berücksichtigt. Man muss sich dieses Phänomens unbedingt bewusst sein und die Standards gründlich respektieren.

Was ist eine „Datenbank“

Abbildung 5: Teilstruktur der Datenbank

Im Allgemeinen wird eine Datenbank als eine Sammlung von Datenelementen wie Telefonbüchern, Preislisten, Inventarlisten, Kundenadressen usw. definiert. Trotzdem wird eine Datenbank in der Fachsprache als „eine selbstbeschreibende Sammlung von integrierten“ Aufzeichnungen“. Es impliziert Computertechnologie, die mit einer bestimmten Computersprache wie SQL (Structured Query Language) ergänzt wird.

Eine Datenbank besteht aus mehreren Tabellen (Abb. 5) und sowohl aus Daten als auch aus Metadaten. Metadaten sind die Daten, die die Struktur der Daten innerhalb einer Datenbank beschreiben. Wenn Sie wissen, wie Ihre Daten angeordnet sind, können Sie diese abrufen. Da die Datenbank eine Beschreibung ihrer eigenen Struktur enthält, wird sie als selbstbeschreibend bezeichnet. Die Datenbank ist integriert, weil sie nicht nur Datenelemente, sondern auch die Beziehungen zwischen ihnen enthält.

Die Datenbank speichert Metadaten in einem Bereich, der als Datenwörterbuch bezeichnet wird und die Tabellen, Spalten, Indizes, Einschränkungen und andere Elemente beschreibt, aus denen die Datenbank besteht.

Da ein Flatfile-System, zB „Spreadsheet“, keine Metadaten enthält, müssen Anwendungen, die für die Arbeit mit Flatfiles geschrieben wurden, das Äquivalent der Metadaten als Teil des Anwendungsprogramms enthalten.

Was sind „Tabellen“ in einer Datenbank?

Eine Tabelle ist eine Sammlung zusammengehöriger Daten in einem Tabellenformat, das aus Spalten und Zeilen innerhalb einer Datenbank besteht. Es ähnelt einer Tabellenkalkulation (Abb. 6).

Was sind „Spalten“ in einer Datenbank?

Abbildung 6: Tabelle mit Zeilen und Spalten

Eine Spalte ist ein Satz von Datenwerten, alle von einem einzigen Typ, in einer Tabelle. Spalten definieren die Daten in einer Tabelle. In den meisten Datenbanken können Spalten komplexe Daten wie Bilder, ganze Dokumente oder sogar Videoclips enthalten. Daher bedeutet eine Spalte, die Datenwerte eines einzelnen Typs zulässt, nicht unbedingt, dass sie nur einfache Textwerte enthält. Einige Datenbanken gehen sogar noch weiter und erlauben es, die Daten als Datei auf dem Betriebssystem zu speichern, während die Spaltendaten nur einen Zeiger oder Link auf die eigentliche Datei enthalten. Dies geschieht, um die Gesamtgröße der Datenbank überschaubar zu halten – eine kleinere Datenbankgröße bedeutet weniger Zeit für Backups und weniger Zeit für die Suche nach Daten in der Datenbank.

In einer Tabelle werden jeder Spalte normalerweise ein Datentyp und andere Einschränkungen zugewiesen, die den Werttyp bestimmen, der in dieser Spalte gespeichert werden kann. Beispielsweise kann eine Spalte E-Mail-Adressen akzeptieren und eine andere Telefonnummern mit einer Beschränkung von 10 Ziffern.

Was ist ein „Rekord“

Ein Datensatz ist eine Darstellung eines physischen oder konzeptionellen Objekts. Sagen Sie zum Beispiel, dass Sie den Überblick über die Kunden eines Unternehmens behalten möchten. Sie ordnen jedem Kunden einen Datensatz zu. Jeder Datensatz hat mehrere Attribute wie Name, Adresse und Telefonnummer. Individuelle Namen, Adressen usw. sind die Daten.

Was sind „Indizes“

Abbildung 7: Beispiel für Index

Strukturierte Daten werden in Form von Datensätzen in einer Datenbank gespeichert. Jeder Datensatz verfügt über ein Schlüsselfeld, das zur eindeutigen Wiedererkennung beiträgt, zB die ID eines Patienten. Kein anderer Patient darf dieselbe ID-Nummer haben, aber ein anderer Patient darf denselben Vor- und Nachnamen haben.

Das Indizieren einer Datenbank ist eine Technik zum effizienten Abrufen von Datensätzen aus den Datenbankdateien, basierend auf einigen Attributen, für die die Indizierung durchgeführt wurde. Vereinfacht gesagt ähnelt die Indizierung in Datenbanksystemen dem, was wir normalerweise in Büchern sehen. Am Anfang oder am Ende eines Buches kann sich (anders als ein Inhaltsverzeichnis) ein Index befinden, der alle Seitenzahlen zu einem bestimmten Thema enthält. Ein Atlas kann beispielsweise in Kapitel mit Karten, Kapiteln mit Bevölkerungsdaten und Kapiteln zu Länderproduktions- oder Agrardaten unterteilt werden. Wenn Sie nach einem bestimmten Land suchen und einen Überblick über alle Daten zu diesem bestimmten Land haben möchten, kann der Index sehr hilfreich sein, da er Ihnen in jedem Kapitel die Seite zu diesem Land anzeigt (Abb. 7) .

Was ist ein „Objekt“

In der Informatik kann ein Objekt eine Variable, eine Datenstruktur, eine Funktion oder eine Methode sein und ist als solche ein Wert im Speicher, auf den ein Bezeichner verweist. Im relationalen Modell der Datenbankverwaltung kann ein Objekt eine Tabelle oder Spalte oder eine Assoziation zwischen Daten und einer Datenbankentität sein, wie beispielsweise das Beziehen des Alters einer Person auf eine bestimmte Person.

Strukturierte Daten

Abbildung 8: Strukturierte Daten

Laut SNIA (Storage Networking Industry Association) sind strukturierte Daten definiert als:

„Daten, die auf bekannte und feste Weise organisiert und formatiert sind.

Format und Organisation werden üblicherweise in aSchema. Unter strukturierten Daten versteht man normalerweise Daten, die von Datenbanken und Geschäftsanwendungen generiert und gepflegt werden.“

Drei Bedingungen sind erforderlich, um Daten als strukturiert zu beschreiben:

  • Es muss einem Datenmodell entsprechen,
  • Es muss eine gut definierte Struktur haben,
  • Sie muss einer einheitlichen Reihenfolge folgen und kann von einer Person oder einem Computerprogramm leicht abgerufen und verwendet werden.

Strukturierte Daten werden normalerweise in wohldefinierten Schemata wie Datenbanken gespeichert. Es ist im Allgemeinen tabellarisch mit Spalten und Zeilen, die seine Attribute eindeutig definieren (Abb. 8).

SQL (Structured Query Language) wird häufig verwendet, um strukturierte Daten zu verwalten, die in Datenbanken gespeichert sind.

Unstrukturierte Daten

Abbildung 9: Auszug einer PDF-Datei

Informationen, die nicht in einem vordefinierten Modell organisiert sind, werden als unstrukturierte Daten oder unstrukturierte Informationen bezeichnet. In der Informatik gelten Dateien wie Textdateien, Fotos, Videodateien, Audiodateien und Präsentationen als unstrukturierte Dateien. Typischerweise enthält eine PDF-Datei unstrukturierte Daten (Abb. 9).

Es wird geschätzt, dass 80 bis 90 % der gesamten dematerialisierten Daten weltweit unstrukturiert sind. Übliche Abfragealgorithmen sind nicht in der Lage, die erforderlichen Informationen einfach und effizient aus einer unstrukturierten Datei zu extrahieren, wie im Beispiel von Fig. 9. Dieselben Informationen, die in Fig. 9 enthalten sind, können leicht mit einer Abfrage abgerufen werden. Heute sind jedoch Analysetools für unstrukturierte Daten verfügbar, die auf künstlicher Intelligenz (KI) basieren und speziell entwickelt wurden, um auf die Erkenntnisse aus unstrukturierten Daten zuzugreifen (siehe 3.1.12 Analytics).

Große Daten

Laut SNIA (Storage Networking Industry Association) ist Big Data definiert als:

„Eine Charakterisierung von Datensätzen, die zu groß sind, um von den leistungsstärksten verfügbaren Standard-Rechenplattformen in ihrer Gesamtheit effizient verarbeitet zu werden.“

Mit anderen Worten, Big Data bezieht sich auf riesige Mengen strukturierter oder unstrukturierter Daten, die von herkömmlicher Software als traditionelle Datenbankabfragesprache oder jede andere Art von Abrufmaschine nicht verarbeitet werden können.

Verwirrung herrscht hinsichtlich der aktuellen Verwendung der Begriffe Big Data und Analytics. Big Data sind die Informationen, während Analytics der Weg ist, die gewünschten Informationen aus riesigen Mengen verfügbarer Informationen zu extrahieren.

Analytik

In der Computertechnologie ist Analytics eine Methode zur Extraktion von Wertaus Big Data.

Im Gesundheitswesen hat Big Data Analytics durch personalisierte Medizin und Predictive Analytics zu vielen Verbesserungen geführt. Da das Datenvolumen dramatisch ansteigt, werden herkömmliche Datenbanken und Suchmaschinen nicht in der Lage sein, spezifische Informationen zu verarbeiten und abzurufen. Patientendaten werden von MRTs, Röntgenstrahlen, Bluttestgeräten, Überwachungssensoren und vielen weiteren zu verarbeitenden Datenquellen generiert. Umfangreiche Informationen im Gesundheitswesen liegen jetzt in elektronischer Form vor; es passt unter den Big-Data-Schirm, da das meiste davon unstrukturiert und schwer zu verwenden ist.

Big Data in der Gesundheitsforschung ist im Hinblick auf explorative biomedizinische Forschung besonders vielversprechend, da datengetriebene Analysen schneller vorankommen können als hypothesengetriebene Forschung. Anschließend können Trends in der Datenanalyse in der traditionellen, hypothesengesteuerten biologischen Nachfolgeforschung und schließlich in der klinischen Forschung getestet werden.

Repository

Ein Datenrepository oder Data Warehouse ist ein zentralisierter Ort zum Speichern und Verwalten von Daten. Ein Datenrepository kann aus einer oder mehreren strukturierten Datendateien bestehen, wie beispielsweise Datenbanken oder unstrukturierten Datendateien, die über ein Netzwerk verteilt und langfristig aufbewahrt werden können.

Grundstruktur einer Datenbank

Dieser Abschnitt ist der Übersicht über die wichtigsten Bausteine ​​einer Datenbank gewidmet.

Einführung

Seit der Erfindung des Computers hat die Menge der elektronisch gespeicherten und verwalteten Daten drastisch zugenommen. Es wird geschätzt, dass die Datenmenge bis 2025 175 Zettabyte (1021 Bytes) erreichen wird, von einigen Petabytes (1015 Bytes) im Jahr 2000. Eine gängige Methode, das Leben der Benutzer zu vereinfachen und ihre Ressourcen optimal zu nutzen, ist die effizienter speichern und abrufen. Während eine Flatfile beispielsweise zum Speichern Ihrer persönlichen Daten, wie eines Adressbuchs oder einiger Rezepte, gut funktioniert, eignet sie sich nicht so gut zum Speichern eines städtischen Telefonverzeichnisses oder genauer gesagt der Genomdaten im Biotech-Bereich. Wenn Sie Daten mehrerer genomischer Arten speichern möchten, ist es außerdem sehr schwierig, Daten aus einer Flatfile zu suchen und abzurufen. Datenbanken bieten eine Lösung für dieses Problem, indem sie die Speicherung,

Die Software zur Verwaltung einer Datenbank wird als Datenbankmanagementsystem (DBMS) bezeichnet. Diese spezialisierte Software fungiert als Zwischenlösung, um Endbenutzern beim Zugriff auf die Datenbank zu helfen. Normalerweise interagieren Benutzer nicht direkt mit einer Datenbank, da dies zu ihrer Desorganisation führen kann. Stattdessen verwenden sie ein DBMS, das Daten aus der Datenbank liest oder Daten in die Datenbank schreibt.

Die wachsende Komplexität großer Datenmengen erforderte in manchen Unternehmen den Einsatz von Datenmanagement-Tools auf Basis des relationalen Modells, wie dem klassischen RDMBS. RDBMS steht für relationales Datenbankmanagementsystem. Dennoch standen große Internetunternehmen wie Google, Yahoo und Amazon oder alle gängigen Social Media vor Herausforderungen im Umgang mit riesigen Datenmengen in Echtzeit, die herkömmliche RDBMS-Lösungen nicht bewältigen konnten. Das erklärt die steigende Popularität von NoSQL-Datenbanksystemen, die parallel dazu entstanden.

NoSQL-Systeme sind verteilte, nicht relationale Datenbanken, die für die Massenspeicherung von Daten und für die massiv parallele Hochleistungsdatenverarbeitung über eine große Anzahl von Standardservern ausgelegt sind. Sie sind aus dem Bedürfnis nach Agilität, Leistung und Skalierbarkeit heraus entstanden und können eine Vielzahl von Anwendungsfällen unterstützen, einschließlich explorativer und prädiktiver Analysen in Echtzeit. NoSQL-Datenbanken wurden von führenden Internetunternehmen entwickelt, um mit der Datenflut Schritt zu halten. Sie skalieren horizontal und sind so konzipiert, dass sie auf Hunderte Millionen und sogar Milliarden von Benutzern skalieren, die sowohl Updates als auch Lesevorgänge durchführen.

Einige der häufigsten Anwendungen von NoSQL-Datenbanken sind soziale Medien, große E-Mail-Anbieter und staatliche Gesundheitssysteme.

Normalerweise kann eine soziale Anwendung in wenigen Wochen von null auf Millionen von Benutzern skaliert werden. Um dieses Wachstum besser zu bewältigen, braucht man eine DB, die eine riesige Anzahl von Benutzern und Daten verwalten kann, aber auch problemlos horizontal skaliert werden kann.

In diesem Kurs konzentrieren wir uns nur auf DBMS und RDBMS. Dies sind die beiden Arten von Datenbanken, die bis heute in der Biotech-Welt gebräuchlich sind.

Überblick über eine Datenbankarchitektur

Abbildung 10: Hardwarearchitektur einer Datenbank

Datenbanken können alle Arten von Informationen speichern, von Zahlen und Text bis hin zu E-Mails, Webinhalten, Telefonaufzeichnungen, biologischen, geografischen Daten usw. Datenbanken werden offiziell danach klassifiziert, wie sie diese Daten speichern. Relationale Datenbanken speichern Daten in Tabellen. Objektorientierte Datenbanken speichern Daten in Objektklassen und Unterklassen. Wir werden uns auf relationale Datenbanken konzentrieren, wie sie am häufigsten verwendet werden. Die meisten grundlegenden Topologien von Datenbanken benötigen jedoch Backend-Server, um das Datenbankverwaltungssystem zu hosten, ein an die Server angeschlossenes Speichersystem zum Speichern der Struktur und der Daten der Datenbank und natürlich Computer, Laptops, Desktops oder Terminals als Schnittstelle, um Benutzern den Zugriff auf die Datenbank, ihr Verwaltungssystem und ihre Inhalte zu ermöglichen. Außerdem ist ein Netzwerk zum Austausch zwischen allen Hardwarekomponenten und ein Cloud-Anhang erforderlich, um Remotebenutzern den Zugriff auf die Datenbank zu ermöglichen. Abb. 10 fasst auf einfache Weise das Minimum zusammen, das zum Betrieb einer Datenbank erforderlich ist.

Eine andere grundlegende Möglichkeit, es zu beschreiben, besteht darin, die dreistufige Architektur einer Datenbank zu zeigen. Es ist eine virtuelle Ansicht der notwendigen Schichten, damit eine Datenbank richtig funktioniert. Abb. 11 zeigt die Drei-Ebenen-Ansichtsarchitektur. Es wird als ANSI-SPARC-Modell bezeichnet. Trotz der Tatsache, dass dieses Modell nie ein formaler Standard wurde, präsentiert es die Idee der logischen Datenunabhängigkeit, die weit verbreitet ist.

Abbildung 11: Drei-Ebenen-Ansichtsarchitektur

In einer relationalen Datenbank gespeicherte Informationen sind in Tabellen enthalten. Diese Tabellen bestehen aus Datenzeilen und jede Zeile enthält Felder oder Spalten. In einer gut gestalteten Datenbankdefinition, die als Schema bezeichnet wird, werden nur ähnliche Daten in jeder Tabelle gespeichert und die Duplizierung von Spalten wird auf ein Minimum reduziert. Entwickler können Daten aus zwei Tabellen verbinden oder verknüpfen, um verschiedene Arten von Informationen miteinander zu verknüpfen.

Für Felder in der Datenbanktabelle können Indizes erstellt werden, um dem DBMS das Abrufen von Daten zu erleichtern. Indizes werden normalerweise für häufig gesuchte Spalten konfiguriert, z. B. den Namen einer Person oder einen Datumswert. Der Nachteil der Verwendung von Indizes besteht darin, dass sie Speicherplatz auf der Festplatte belegen und die Arbeit verlangsamen können, wenn zu viele von ihnen verwaltet werden, da jedes Mal, wenn eine Zeile in der Datenbank aktualisiert wird, auch der Index aktualisiert werden muss.

Die meisten Datenbanken unterstützen Structured Query Language (SQL), eine Standardsprache für die Interaktion mit Informationen, die in einer Datenbank enthalten sind. SQL ermöglicht Benutzern und Anwendungen die Interaktion mit bestimmten Teilmengen von Daten aus einer oder mehreren Tabellen unter Verwendung mehrerer Anweisungen wie SELECT, INSERT, UPDATE und DELETE.

Relationale Datenbanken bieten auch einen mehrschichtigen Speicheransatz, der es ermöglicht, zu definieren, welche Datenbankobjekte sich in bestimmten Datendateien befinden und wo diese Datendateien innerhalb der Dateistruktur des Betriebssystems platziert werden. Neben der Verwaltung des physischen Speicherorts von Datenbankobjekten bieten viele Datenbanksysteme eine gewisse Kontrolle darüber, wie die Daten in den Datendateien gespeichert werden.

Allgemeine Datenbankbegriffe

Bestimmte Datenbankbegriffe leiten sich davon ab, wie Datenbanken Schreibaktionen automatisieren. Datenbankentwickler automatisieren häufig das Schreiben in bestimmte Felder oder andere Tabellen, beispielsweise das Schreiben einer Kopie der eingefügten Zeile – zusammen mit einem Zeitstempel oder Benutzernamen – in eine Verlaufs- oder Prüftabelle. Die meisten DBMS-Systeme bieten mehrere Möglichkeiten zum automatischen Verwalten von Datenbankschreibaktionen.

Datenbank-Trigger sind die gebräuchlichste Methode, um Aktionen für Daten durchzuführen, während diese in die Datenbank geschrieben werden. Trigger sind normalerweise einer bestimmten Tabelle zugeordnet und so konfiguriert, dass sie an einem bestimmten Punkt während einer bestimmten Schreibaktion ausgeführt werden, beispielsweise vor oder nach einer Aktualisierung oder nach dem Einfügen einer Zeile. Trigger können verwendet werden, um Daten zu formatieren, eine Spalte mit Daten zu füllen, die aus vorhandenen Informationen abgeleitet wurden, oder sogar basierend auf der eingefügten oder aktualisierten Zeile in eine andere Tabelle zu schreiben.

Eine gespeicherte Prozedur ist eine andere Möglichkeit, mit einer relationalen Datenbank zu interagieren. Gespeicherte Prozeduren sind komplexer als Trigger und nicht an eine einzelne bestimmte Tabelle gebunden. Sie werden in der Regel von einem Entwickler erstellt und verwenden eine Kombination aus SQL und einer Programmiersprache wie Java oder SQL (je nach Datenbankplattform). Gespeicherte Prozeduren bieten Entwicklern viel Kontrolle darüber, wie Daten von einer Anwendung validiert oder verarbeitet werden. Eine gespeicherte Prozedur könnte verwendet werden, um zu verwalten, wie sich ein Benutzer bei einer Anwendung anmeldet. Das Verfahren überprüft möglicherweise zuerst den Benutzernamen und das Kennwort und protokolliert dann den Erfolg oder Misserfolg des Versuchs in einer anderen Tabelle zusammen mit anderen Informationen, einschließlich des Computernamens und eines Zeitstempels. Es könnte sogar eine Warnung an den Benutzer gesendet werden, die ihn darüber informiert, dass sein Passwort abgelaufen ist und geändert werden muss.

Funktionen sind einfacher als gespeicherte Prozeduren und können manchmal sogar innerhalb von SQL-Abfragen verwendet werden. Funktionen werden normalerweise in einer Datenbank verwendet, um eine Reihe von Aktionen auszuführen, die einen oder mehrere Werte zurückgeben, z. B. das Berechnen der Summe einer Spalte für Zeilen, die einer bestimmten Bedingung entsprechen. Während diese Aktionen mit SQL ausgeführt werden können, kann deren Einbindung in eine Funktion die Verwendung in anderem Code erleichtern. Sowohl Funktionen als auch gespeicherte Prozeduren können gängige Aktionen auf eine optimierte und konsistente Weise ausführen, wodurch die Arbeitsbelastung für Datenbankadministratoren und Entwickler verringert wird.

Was ist der Unterschied zwischen den wichtigsten DBMS-Systemen?

Das DBMS wird im Allgemeinen von dem gesteuert, was die Benutzeranwendungen unterstützen müssen. Hier ist jedoch ein kurzer Vergleich der drei am häufigsten verwendeten Plattformen.

Microsoft SQL Server wird häufig in Unternehmensanwendungen verwendet und lässt sich problemlos in andere Microsoft-Tools integrieren. Microsoft SQL Server 2019 Express ist die neueste Version des kostenlosen Angebots von Microsoft und wird oft mit Anwendungen gebündelt, die SQL Server verwenden.

MySQL ist seit mehr als zwei Jahrzehnten ein Favorit für Open-Source-Entwickler. MySQL wird oft als Back-End für Open-Source-Blog- oder Content-Management-Systeme verwendet und verfügt über eine riesige installierte Basis auf der ganzen Welt. 2008 wurde MySQL AB von Sun Microsystems übernommen, das 2009 wiederum von Oracle Corp. übernommen wurde, wodurch MySQL unter dem Dach eines seiner größten Konkurrenten steht. Die MySQL Community Edition bleibt jedoch kostenlos und wird von der Community gut unterstützt. MySQL ist für zahlreiche Betriebssysteme verfügbar, darunter Linux, UNIX, Mac OS X und Windows.

Oracle Database wird von vielen als Standard für Datenbankplattformen auf Unternehmensebene angesehen und unterstützt zahlreiche Unternehmensanwendungen. Die Oracle Database Express Edition ist kostenlos erhältlich und kann auch kostenlos verteilt werden (obwohl es sich technisch nicht um freie Software handelt), was sie zu einer weiteren beliebten Option für Entwickler oder Bastler unter Windows oder Linux macht.

Nachdem Sie nun die grundlegenden Datenbankbegriffe und -konzepte kennengelernt haben, sind Sie viel näher dran, dieselbe Sprache zu sprechen wie die Datenbankentwickler Ihres Unternehmens.

Datenbanken im wissenschaftlichen Wort

Dieser Teil befasst sich mit den Grundlagen von Datenbanken, die in der wissenschaftlichen Welt verwendet werden

Einführung in bestehende wissenschaftliche Datenbanken

Dieser Abschnitt ist der Übersicht über die gängigsten Open-Access-Datenbanken gewidmet, die in der Wissenschaft verwendet werden.

Kontinuierliche Entwicklungen in den Bereichen Biotechnologie und Informationstechnologie haben zu einem exponentiellen Datenwachstum geführt. Studien von Forschern des European Bioinformatics Institute (EMBL-EBI) haben gezeigt, dass sich dieses Informationswachstum ungefähr jedes Jahr verdoppelt. Diese umfangreichen Datenmengen werden in wissenschaftlichen Datenbanken gespeichert, organisiert und ständig aktualisiert, wo sie Wissenschaftlern, darunter auch Biologen und Bioinformatikern, für Forschungszwecke zur Verfügung stehen. Die in biologischen Datenbanken verfügbaren Informationen stammen aus einer Reihe von wissenschaftlichen Bereichen, darunter Metabolomik, Microarray-Genexpression und Proteomik. Neben dem Speichern, Organisieren und Teilen riesiger Datenmengen, Biologische Datenbanken können als Datensammlungen definiert werden, die so strukturiert sind, dass ihre Inhalte leicht zu durchsuchen, zu handhaben und zu aktualisieren sind.

Abbildung 12: Beispiel für Namen von Biotech-Datenbanken

Beispiele für solche Datenbanken sind in Abb. 12 dargestellt. 1972 wurde die erste Proteinstrukturdatenbank, bekannt als Protein Data Bank (PDB), erstellt. Diese Datenbank enthielt ursprünglich nur 10 Einträge, die inzwischen auf mehr als 10.000 Einträge erweitert wurde, was das schnelle Wachstum biologischer Daten signalisiert. Eine biologische Datenbank kann verschiedene Arten von Daten enthalten, einschließlich Proteinsequenzen, Textbeschreibungen, Attribute und Tabellendaten. Im Allgemeinen können sie in primäre, sekundäre und zusammengesetzte Datenbanken unterteilt werden. Primärdatenbanken enthalten nur Daten über die Sequenz oder Struktur, während Sekundärdatenbanken Daten enthalten, die aus der Primärdatenbank stammen. Daten, wie die konservierte Sequenz und Reste des aktiven Zentrums von Proteinfamilien, können in Sekundärstrukturdatenbanken gefunden werden. Darüber hinaus können Einträge der PDB, die eine Primärdatenbank ist, in Sekundärstrukturdatenbanken organisiert gefunden werden.

Im Allgemeinen können biologische Datenbanken in Sequenz-, Struktur- und Pfaddatenbanken kategorisiert werden:

  • Sequenzdatenbanken: Die am häufigsten verwendeten biologischen Datenbanken. Dazu gehören Protein- und Nukleotidsequenzdatenbanken, die Nasslaborergebnisse enthalten und die Hauptquelle für experimentelle Ergebnisse sind. GenBank und EMBL sind Beispiele für Sequenzdatenbanken.
  • Strukturdatenbanken: Diese Datenbanken enthalten Informationen zur Proteinstruktur und molekularen Wechselwirkungen. PDB ist ein Beispiel für eine Strukturdatenbank.
  • Pathway-Datenbanken: Diese Datenbanken basieren auf Daten, die aus der vergleichenden Untersuchung von Stoffwechselwegen stammen. Die Kyoto Encyclopedia of Genes and Genomes (KEGG) und Biocyc sind zwei indikative Pathway-Datenbanken.

Eine typische Suche in einer Nukleotidsequenzdatenbank kann zum Beispiel Daten zum wissenschaftlichen Namen des Quellorganismus, aus dem es isoliert wurde, zum Kontaktnamen, zur Eingabesequenz mit Details zum Molekültyp und häufig zu Literaturzitaten zu den Reihenfolge.

Bestimmte Werkzeuge wurden entwickelt, um Wissenschaftlern die Datenverarbeitung und den Abruf aus biologischen Datenbanken zu erleichtern. Diese Werkzeuge, die als Bioinformatik-Werkzeuge bezeichnet werden, sind Softwareprogramme, die zur Extraktion aussagekräftiger Daten aus der Vielzahl biologischer Datenbanken und zur Durchführung von Sequenz- oder Strukturanalysen erstellt wurden. Bioinformatik-Tools werden verwendet, um Daten aus genomischen Sequenzdatenbanken zu erhalten und um Daten aus proteomischen Datenbanken zu visualisieren, zu analysieren und abzurufen. Diese Tools sind im Wesentlichen unterteilt in:

  • Homologie- und Ähnlichkeitswerkzeuge: Diese Werkzeuge werden verwendet, um Ähnlichkeiten zwischen den Sequenzen unbekannter struktureller und funktioneller Sequenzen zu erkennen, deren Funktion und Struktur bereits bekannt sind.
  • Werkzeuge zur Proteinfunktionsanalyse: Programme zum Vergleich einer Proteinsequenz mit einem sekundären (oder abgeleiteten) Protein, die die Abschätzung der biochemischen Funktion eines Abfrageproteins ermöglichen.
  • Strukturanalysetools: Diese Tools ermöglichen den Vergleich von Strukturen mit den bekannten Strukturdatenbanken und die Ermittlung der 2D/3D-Struktur eines Proteins.
  • Sequenzanalysetools: Programme zur zusätzlichen, umfassenderen Bewertung einer Abfragesequenz, einschließlich der evolutionären Analyse und Identifizierung von Mutationen.

Biologische Datenbanken können auch nach dem Umfang der Datenabdeckung kategorisiert werden in:

  • Umfangreiche Datenbanken: Diese Datenbanken umfassen verschiedene Arten von Daten zu einer Reihe von Arten. Beispiele für umfassende Datenbanken sind GenBank und EMBL.
  • Spezialisierte Datenbanken: Diese Datenbanken enthalten bestimmte Arten von Daten oder Daten von bestimmten Organismen. Ein Beispiel für spezialisierte Datenbanken ist WormBase, die Informationen zur Biologie und Genomik von Nematoden enthält.

In Bezug auf den Grad der Biokuration, der als die Aktivität der Organisation, Demonstration und Bereitstellung biologischer Informationen sowohl für Menschen als auch für Computer definiert ist, werden biologische Datenbanken als primäre und sekundäre oder abgeleitete Datenbanken klassifiziert. Primärdatenbanken bestehen aus Rohdaten als Archiv-Repositorium, während sekundäre oder abgeleitete Datenbanken aus kuratierten Informationen als Mehrwert bestehen. Hinsichtlich der Methode zur Kuratierung der Daten lassen sich biologische Datenbanken weiter in von Experten kuratierte Datenbanken oder gemeinschaftlich kuratierte Datenbanken einteilen, die von zahlreichen Forschern kooperativ gepflegt werden.

Eine zusätzliche Kategorisierung von biologischen Datenbanken kann auch basierend auf dem Datentyp vorgenommen werden. Zu den Datentypen, die Datenbanken entsprechend klassifizieren, gehören DNA, RNA, Protein, Expression, Pathway, Krankheit, Nomenklatur, Literatur sowie Standard und Ontologie. Einige der wichtigsten und am häufigsten verwendeten biologischen Datenbanken sind die folgenden: GenBank, der UCSC Genome Browser und Ensembl, die Sequenzdatenbanken/Portale sind; WormBase und The Arabidopsis Information Resource (TAIR), die Datenbanken für Modellorganismen sind; und die PDB, Online Mendelian Inheritance in Man (OMIM), MetaCyc und KEGG, die als nicht sequenzzentrierte Datenbanken charakterisiert werden.

Datenmanipulation ist ein wesentlicher Bestandteil des experimentellen Prozesses aller Studien, unabhängig von ihrem Umfang. Die Online-Verfügbarkeit biologischer Daten in Kombination mit den sinkenden Kosten für automatisierte Genomsequenzer haben es ermöglicht, dass kleine Biologielabore zu Big-Data-Generatoren werden. Auch wenn ein Labor nicht mit solchen Instrumenten ausgestattet ist, kann es dennoch zu einem Big-Data-Anwender werden, indem es Zugang zu öffentlichen Repositorien mit biologischen Daten wie dem US National Center for Biotechnology Information in Bethesda erhält. Ein großer Teil des Bauens in der Big-Data-Biologie ist virtuell, basierend auf Cloud Computing, bei dem Daten und Software in riesigen, dezentralen Zentren untergebracht sind, auf die bei Bedarf zugegriffen werden kann. Daher ist es nicht erforderlich, dass Benutzer eigene Hardware erwerben.

Der Einsatz biologischer Datenbanken kann in mehreren Forschungsbereichen von Vorteil sein. Zum Beispiel können Datenbanken das experimentelle Design unterstützen, indem sie die automatische Analyse und einfache Verarbeitung von experimentellen Daten ermöglichen und die Untersuchung von experimentellen Ergebnissen einfach und schnell machen. Die Wirkstoffsuche ist ein weiterer Bereich, der durch die Verwendung von Datenbanken vereinfacht werden kann. In diesem speziellen Bereich können Datenbanken durchsucht werden, um neue Kandidaten für Medikamente zu finden, indem ein Klassifikator auf einem Datensatz trainiert wird, in dem funktionstüchtige und nicht funktionstüchtige Medikamente identifiziert wurden. Darüber hinaus können Techniken des maschinellen Lernens angewendet werden, um virtuelle Assays zu entwickeln, die in der Lage sind, vielversprechende neue Medikamente zu identifizieren, die anschließend in einer Laborumgebung analysiert werden können. (REF. 4) Und vor allem:

Ohne die Existenz von Datenbanken wäre die gemeinsame Nutzung und Integration großer Datenmengen praktisch unmöglich. Obwohl viele Biowissenschaftler über fortgeschrittene Computerkenntnisse verfügen, ist ein großer Prozentsatz nicht mit der Entwicklung oder Anpassung der entsprechenden Software vertraut. Dennoch ist die Einbindung von Lebenswissenschaftlern in diesen Prozess von entscheidender Bedeutung, da sie Informatikern mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Ansätzen der Wissenschaft Feedback geben können. Der Zugriff auf die tatsächlichen Datensätze, die ursprünglich in einer bestimmten Studie verwendet wurden, bietet Forschern die Möglichkeit, eine solche Studie zu reproduzieren und zu erweitern. Daher ist es wichtig, dass Daten für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jederzeit und ohne Einschränkungen frei verfügbar sind, ein Gedanke, der von Open Science und zahlreichen damit verbundenen Initiativen unterstützt wird. Eine dieser Initiativen heißt ELIXIR,

Obwohl die Schaffung biologischer Datenbanken viele Vorteile mit sich gebracht hat, beispielsweise die Förderung einer durch Vernetzung ermöglichten wissenschaftlichen Qualitätsproduktion, besteht noch Verbesserungsbedarf hinsichtlich der Wissensoptimierung. Es ist entscheidend, transdisziplinäres Wissen so zu managen, dass es zu einer Steigerung seiner Qualität und Quantität führt. Datenheterogenität ist ein weiteres häufiges Problem bei der Integration biologischer Daten. Im Bereich der Biologie gibt es verschiedene Methoden zur Darstellung ähnlicher Daten. Dies erschwert die Datenintegration und -verarbeitung, was es wiederum erschwert, einheitliche Ansichten solcher Daten zu erhalten. Ein Beispiel für dieses Problem ist die Verwendung verschiedener alternativer Namen bei der Bezugnahme auf Gene, ungeachtet der Existenz vollständiger Richtlinien, die 1979 herausgegeben wurden, die die Annahme von Gennomenklaturstandards vorschlugen, zu Schwierigkeiten beim Datenaustausch führen. Die Implementierung von Standards ermöglicht die Wiederverwendung von Daten, ihr Fehlen führt jedoch zu erheblichen Produktivitätsverlusten und trägt dazu bei, dass Forscher weniger Daten zugänglich machen. Daher ist es zwingend erforderlich, eine Lösung für dieses Problem zu finden, um die Herausforderungen für Wissenschaftler bei der Nutzung biologischer Datenbanken für ihre Forschung zu beseitigen.

Abschließende Gedanken

Der Umgang mit Daten erfordert eine drastische Disziplin, um langfristig Zugriff auf die gespeicherten Informationen zu erhalten. Die Technologie entwickelt sich weiter, was bedeutet, dass die heute verwendete Hard- und Software nicht der Standard von morgen ist. Das bedeutet, dass wir, um alle heute geschriebenen Daten lesen zu können, zwei verschiedene Arten von Migrationen durchführen müssen. Eine logische Migration und eine technologische Migration. Die logische Migration hängt von der Art des Formats ab, in dem die Daten gespeichert werden. Die technologische Migration hängt von der Art der verwendeten Hardware ab. Wenn Sie beispielsweise versuchen, eine 1993 mit Word Version 6 geschriebene Word-Datei mit der neuesten Version Word 2019 zu öffnen, funktioniert dies nicht. Dieses Beispiel zeigt einen Mangel an logischer Kompatibilität. Um dieses Problem zu vermeiden und eine aufsteigende Kompatibilität aufrechtzuerhalten,

Dasselbe gilt für Hardware, dh Server, Speicher, Netzwerke usw. Ein weiteres Beispiel könnte die Art des Servers und des Betriebssystems sein, mit dem eine Datenbank ausgeführt wird. Falls Sie sich entscheiden, Ihre Hardware zu ändern und beispielsweise von Windows auf UNIX zu migrieren, wird eine andere Hardware für die Ausführung von UNIX und eine andere Datenbankversion für die Ausführung unter UNIX benötigt. Windows läuft auf Intel-basierten Plattformen (und Intel-ähnlichen) und Unix läuft auf SPARC-basierten Plattformen, was bedeutet, dass Sie zu einer UNIX-SPARC-kompatiblen Version der Datenbank migrieren müssen.

Angesichts dieser ständigen Weiterentwicklung von Hardware, Betriebssystemen, Software und Formaten kann Ihnen die rechtzeitige Durchführung der entsprechenden logischen und technologischen Migrationen viel Zeit und Ärger ersparen.

Zu guter Letzt ist es wichtig, Ihre Daten ständig zu sichern. Führen Sie alle drei bis sechs Monate einen Wiederherstellungstest durch, um zu sehen, ob Sie Ihre Backups abrufen können. Dies ist aus zwei Gründen entscheidend:

  • Es hält Sie auf dem Laufenden, wie Sie Ihre Daten wiederherstellen können

Dies ist die beste Testmethode, um zu sehen, ob Ihre Daten ordnungsgemäß gesichert wurden.

Test: LO5 Basisniveau

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